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Schlager im Spiegel der Zeit - 1929

Price-Code: AR Art.Nr.: BCD17159 EAN Nr.: 4000127171597 Genre: KONZEPTE/THEMEN/SERIEN

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Schlager im Spiegel der Zeit - 1929
(1-CD mit 76-seitigem, gebundenem Booklet (Luxusausführung). 29 Einzeltitel. Spieldauer: 86:15)

ENTWEDER (mögen) ODER (nicht): Kaum ein anderes Genre aus der musikalischen Unterhaltung hat jemals so extrem polarisiert wie der deutsche Schlager. Und er tut es noch heute, da er seinen Charme längst verloren hat und irgendwo zwischen Pseudo-Volksmusik und elektronisch versupptem National-Pop eingepfercht sein (durchaus erfolgreiches) Dasein fristet.

Seit vielen Jahrzehnten ist 'der Schlager' fester Bestandteil inländischer Sangeslust und praller Repertoire-Kataloge. Unzählige Versuche wurden seitdem unternommen, dieses Phänomen auf Sammelplatten, in Mehrfach-Boxen und in ganzen Reihen zu bündeln. Mal mit, öfter leider ohne den so dringend notwendigen roten Faden - der aber ist unabdingbar, wenn Geschichte, Formen und Entwicklungen dieses Teils der Unterhaltungsmusik erzählt bzw. klingend dokumentiert werden sollen.

Bear Family Records geht das mächtige Unterfangen jetzt an: 'Schlager im Spiegel der Zeit' heißt das umfangmäßig bislang engagierteste Projekt, das die Geschichte von Stilrichtungen, Liedern und Interpreten abbilden wird. Melodien und Künstler, die zwischen 1926 und 1970 für Erfolge und Gassenhauer, für Hits und Verblüffendes, für Momentaufnahmen und 'Ohrwürmer' gesorgt haben, werden in einer insgesamt 45 CDs umfassenden Reihe präsentiert.

Wie sehr Zeitgeschichte und Schlager zusammengehören, zeigt sich spätestens nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933. Viele der Schlagermacher - Komponisten, Texter, Orchesterleiter und Sänger -, die den turbulenten und oft gar nicht so 'goldenen' zwanziger Jahren das musikalische Gesicht gegeben hatten, fielen als Juden im Dritten Reich in Ungnade, wurden aus ihrer Heimat vertrieben oder verfolgt, eingekerkert und ermordet. Die Liste ist lang und reicht von Friedrich Hollaender, Willy Rosen, Mischa Spoliansky, Rudolf Nelson und Robert Gilbert bis zu Kurt Weill und Paul Abraham. Stattdessen folgten Arbeiten, die sich dann und wann die Nazis der Dreißiger zunutze machten, um sie (auch) als Durchhaltestoff während der ruinösen Vierziger Jahre einzusetzen: Schlager als Beruhigungsmittel, Schlager als Waffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg boten die Wirtschaftswunderjahre der Fünfziger einen unerschöpflichen Nährboden für Komponisten und vor allem Texter - nicht zufällig stand der Schlager jetzt in seiner vollsten Blüte. Und selbst als Rock 'n' Roll, Beat & Co. die Sechziger (nicht nur musikalisch) aufmischten, hielt das erprobte Genre mit, blieb konkurrenzfähig durch Anpassung in Form von Cover-Versionen oder 'frei angelehnten' Eigenbauten. 'Schlager im Spiegel der Zeit' wird all diesen Tendenzen gerecht.

Bear Family hat die Reihe nicht nach den ab 1956 bekannten Hitparaden aus einschlägigen Zeitschriften konzipiert - denn hier könnten (nicht mehr nachprüfbar) zahlende Anzeigenkunden nachhaltigen Einfluß genommen haben. Die vorliegende Reihe - gespickt mit Spitzenstars aller Epochen im trauten Nebeneinander mit Eintagsfliegen - basiert vielmehr auf den soweit wie möglich noch vorhandenen Unterlagen der Zeitschrift 'Der Automatenmarkt'. Sie listete und gab bekannt, womit primär Musikboxen gefüllt wurden, weil die hörende Kundschaft dies so verlangte.

Begonnen wird die chronologisch gestaltete Reihe mit zwei Veröffentlichungen mit Unvergessenem der Jahre 1929 bis 1933 sowie 1954 bis 1959.

Zu den großen Interpreten der Frühzeit gehören Willy Fritsch und Marlene Dietrich, Bertolt Brecht & Lotte Lenya, Richard Tauber, die Comedian Harmonists - und selbst der 'singende' Boxer Max Schmeling hat natürlich seinen Platz. Sie alle und viele andere interpretieren Melodien u. a. von Legenden wie Robert Stolz, Ralph Benatzky und Hanns Eisler, von Willi Kollo, Friedrich Hollaender und Paul Abraham.

In den Fünfzigern gaben vornehmlich Top-Stars wie Peter Alexander, Caterina Valente, Freddy, Lolita und Vico Torriani unablässig den Schlager-Ton an, ihre Arbeiten sind längst nationales Kulturgut wie die der Kolleg(inne)n Margot Eskens, Bill Ramsey, Ivo Robic oder (damals) Nachgewachsene wie Peter Kraus, Conny Froboess, Ted Herold und Heidi Brühl - um nur einige wenige aus dem unerschöpflichen Reservoir zu nennen.

Sie alle gestalten mit ihren Beiträgen eine Bear-Family-Reihe, die den deutschen Schlager - ob man ihn nun mag oder nicht - als das vorstellt, was er ist: als unauslöschlichen Bestandteil der (Musik-)Kultur eines ganzen Landes.
Video
Inhalt
Medium 1
001 Immer nur lächeln Tauber, Richard
002 Meine liebe Lola Hansen, Max
003 Kennst du das kleine Haus am Michigansee O'Montis, Paul
004 Bin kein Hauptmann, bin kein grosses Tier Fritsch, Willy
005 Schöner Gigolo Fassel, Otto
006 Leutnant warst du einst bei den Husaren Tauber, Richard
007 Am Sonntag will mein Süsser mit mir segeln ge Weintraubs Syncopators, Refrai
008 Die Moritat von Mäckie Messer Brecht, Bertolt
009 Zuhälter-Ballade Lenja, Lotte
010 Die Susi bläst das Saxophon Ambrus, Irene
011 Bimbambulla Two Jazzers
012 Dein ist mein ganzes Herz Tauber, Richard
013 Ich bin verrückt nach Hilde O'Montis, Paul
014 Das Lied vom Vater Zille (Das war sein Milljö Waldoff, Claire
015 Wenn ich die blonde Inge... Egen, Austin
016 War'n Sie schon mal in mich verliebt Hansen, Max
017 Dein Mund sagt 'Nein', doch deine Augen sagen Rosen, Willy
018 Fräulein, Pardon! O'Montis, Paul
019 Sonny Boy Tauber, Richard
020 Surabaya-Johnny Lenja, Lotte
021 Warum gehört dein roter Mund mir nicht allein Weintraubs Syncopators, Refrai
022 Drei Musketiere Comedian Harmonists
023 Warum hast du so traurige Augen Hansen, Max
024 Einmal sagt man sich 'Adieu' Tauber, Richard
025 Wenn du einmal dein Herz verschenkst Lehmann, Lotte
026 Auf Wiederseh'n, Herr Doktor! O'Montis, Paul
027 Wenn du sehr nett bist Ambrus, Irene
028 Warum hat bloss das Zebra soviel Streifen Rosen, Willy
029 Du bist in letzter Zeit so schrecklich blond Orchester Dajos Béla, Refraing
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