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schlager im spiegel der zeit - 1932

Genre: Konzepte/Themen/Serien Price-Code: AR Art.Nr.: BCD17162 EAN Nr.: 4000127171627

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Schlager im Spiegel der Zeit - 1932
(1-CD mit 76-seitigem, gebundenem Booklet (Luxusausführung). 28 Einzeltitel. Spieldauer: 86:37)

ENTWEDER (mögen) ODER (nicht): Kaum ein anderes Genre aus der musikalischen Unterhaltung hat jemals so extrem polarisiert wie der deutsche Schlager. Und er tut es noch heute, da er seinen Charme längst verloren hat und irgendwo zwischen Pseudo-Volksmusik und elektronisch versupptem National-Pop eingepfercht sein (durchaus erfolgreiches) Dasein fristet.

Seit vielen Jahrzehnten ist 'der Schlager' fester Bestandteil inländischer Sangeslust und praller Repertoire-Kataloge. Unzählige Versuche wurden seitdem unternommen, dieses Phänomen auf Sammelplatten, in Mehrfach-Boxen und in ganzen Reihen zu bündeln. Mal mit, öfter leider ohne den so dringend notwendigen roten Faden - der aber ist unabdingbar, wenn Geschichte, Formen und Entwicklungen dieses Teils der Unterhaltungsmusik erzählt bzw. klingend dokumentiert werden sollen.

Bear Family Records geht das mächtige Unterfangen jetzt an: 'Schlager im Spiegel der Zeit' heißt das umfangmäßig bislang engagierteste Projekt, das die Geschichte von Stilrichtungen, Liedern und Interpreten abbilden wird. Melodien und Künstler, die zwischen 1926 und 1970 für Erfolge und Gassenhauer, für Hits und Verblüffendes, für Momentaufnahmen und 'Ohrwürmer' gesorgt haben, werden in einer insgesamt 45 CDs umfassenden Reihe präsentiert.

Wie sehr Zeitgeschichte und Schlager zusammengehören, zeigt sich spätestens nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933. Viele der Schlagermacher - Komponisten, Texter, Orchesterleiter und Sänger -, die den turbulenten und oft gar nicht so 'goldenen' zwanziger Jahren das musikalische Gesicht gegeben hatten, fielen als Juden im Dritten Reich in Ungnade, wurden aus ihrer Heimat vertrieben oder verfolgt, eingekerkert und ermordet. Die Liste ist lang und reicht von Friedrich Hollaender, Willy Rosen, Mischa Spoliansky, Rudolf Nelson und Robert Gilbert bis zu Kurt Weill und Paul Abraham. Stattdessen folgten Arbeiten, die sich dann und wann die Nazis der Dreißiger zunutze machten, um sie (auch) als Durchhaltestoff während der ruinösen Vierziger Jahre einzusetzen: Schlager als Beruhigungsmittel, Schlager als Waffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg boten die Wirtschaftswunderjahre der Fünfziger einen unerschöpflichen Nährboden für Komponisten und vor allem Texter - nicht zufällig stand der Schlager jetzt in seiner vollsten Blüte. Und selbst als Rock 'n' Roll, Beat & Co. die Sechziger (nicht nur musikalisch) aufmischten, hielt das erprobte Genre mit, blieb konkurrenzfähig durch Anpassung in Form von Cover-Versionen oder 'frei angelehnten' Eigenbauten. 'Schlager im Spiegel der Zeit' wird all diesen Tendenzen gerecht.

Bear Family hat die Reihe nicht nach den ab 1956 bekannten Hitparaden aus einschlägigen Zeitschriften konzipiert - denn hier könnten (nicht mehr nachprüfbar) zahlende Anzeigenkunden nachhaltigen Einfluß genommen haben. Die vorliegende Reihe - gespickt mit Spitzenstars aller Epochen im trauten Nebeneinander mit Eintagsfliegen - basiert vielmehr auf den soweit wie möglich noch vorhandenen Unterlagen der Zeitschrift 'Der Automatenmarkt'. Sie listete und gab bekannt, womit primär Musikboxen gefüllt wurden, weil die hörende Kundschaft dies so verlangte.

Begonnen wird die chronologisch gestaltete Reihe mit zwei Veröffentlichungen mit Unvergessenem der Jahre 1929 bis 1933 sowie 1954 bis 1959.

Zu den großen Interpreten der Frühzeit gehören Willy Fritsch und Marlene Dietrich, Bertolt Brecht & Lotte Lenya, Richard Tauber, die Comedian Harmonists - und selbst der 'singende' Boxer Max Schmeling hat natürlich seinen Platz. Sie alle und viele andere interpretieren Melodien u. a. von Legenden wie Robert Stolz, Ralph Benatzky und Hanns Eisler, von Willi Kollo, Friedrich Hollaender und Paul Abraham.

In den Fünfzigern gaben vornehmlich Top-Stars wie Peter Alexander, Caterina Valente, Freddy, Lolita und Vico Torriani unablässig den Schlager-Ton an, ihre Arbeiten sind längst nationales Kulturgut wie die der Kolleg(inne)n Margot Eskens, Bill Ramsey, Ivo Robic oder (damals) Nachgewachsene wie Peter Kraus, Conny Froboess, Ted Herold und Heidi Brühl - um nur einige wenige aus dem unerschöpflichen Reservoir zu nennen.

Sie alle gestalten mit ihren Beiträgen eine Bear-Family-Reihe, die den deutschen Schlager - ob man ihn nun mag oder nicht - als das vorstellt, was er ist: als unauslöschlichen Bestandteil der (Musik-)Kultur eines ganzen Landes.
Video
Inhalt
Medium 1
001 Wenn ich sonntags in mein Kino geh' Nagy, Käthe von & UFA-Jazz-Orc
002 Ein heisser Kuss, ein süsser Blick (Das Dunke Bois, Curt, Orchester Ilja Liv
003 Ein bisschen Liebe für mich... Parry, Lee, Orchester Ilja Liv
004 Eine Nacht in Monte Carlo Orchester Otto Dobrindt, Refra
005 Ich bin eine Frau, die weiss, was sie will (I Massary, Fritzi, Orchester Han
006 Einmal möcht' ich keine Sorgen haben Hansen, Max, Orchester Otto Do
007 Einmal schafft's jeder Forst, Willi und Willy Fritsch
008 Es führt kein andrer Weg zur Seligkeit Comedian Harmonists
009 Die Dame von der alten Schule Hildebrand, Hilde, Klavier: R.
010 Heute Nacht oder nie! Kiepura, Jan, Orchester Friede
011 Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühl Waldoff, Claire
012 Hoppla, jetzt komm' ich! (Erfolgssong) Albers, Hans, Orchester Otto D
013 Ich bin von Rockefeller g'rad das Gegenteil Hansen, Max, Orchester Otto Do
014 Ich weiss nicht, zu wem ich gehöre Sten, Anna, Orchester Ilja Liv
015 Komm auf die Schaukel, Luise (Schaukellied) Albers, Hans (Szene mit Leierk
016 Irgendwo auf der Welt Harvey, Lilian, UFA-Jazz-Orche
017 Meier-Foxtrot (Immer lustig, immer froh, wie Mühlhardt, Kurt, Samson-Quarte
018 Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben Massary, Fritzi, Orchester Han
019 Liebe war es nie (Blonde Natascha) Orchester Fred Bird,Felix Lehm
020 O Gott, wie sind wir vornehm! Gründgens, Gustaf und Hilde Hi
021 Oh Monah! (Ein Bänkellied) Rex, Eugen und Gesangsquartett
022 Seemanns-Choral (In Hamburg an der Elbe) Albers, Hans, Chor und Orchest
023 Solidaritätslied (Vorwärts und nicht vergesse Busch, Ernst, Chor und Orchest
024 Tanzt du auch so gern wie ich O'Montis, Paul, Orchester Dajo
025 Der Onkel Bumba aus Kalumba tanzt nur Rumba Comedian Harmonists
026 Wir zahlen keine Miete mehr Harvey, Lilian, W.Fritsch und
027 Zigeuner, du hast mein Herz gestohlen Orchester Hermann von Stachow
028 Ich kam von Alabama Albers, Hans, Orchester Otto D
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