Endstation Liebe – Martin Böttcher – Filmmusik

Endstation Liebe

Deutschland 1957; 85 Minuten
nach einer Erzählung von Will Tremper und Axel Hahn

MARTIN BÖTTCHER

Die Halbstarken / Endstation Liebe
BCD 16403 AR

https://www.bear-family.de/boettcher-martin-die-halbstarken-endstation-liebe-cd.html

Eine Wenzel-Lüdecke-Produktion der Inter West Film GmbH
Schwarzweißfilm
Uraufführung: 23.01.1958 (Karlsruhe)

Wetten? Wetten, dass Mecky bei Christa, diesem netten, sauberen Mädchen, Erfolg hat? Jetzt ist es Sonnabend, kurz vor Feierabend. Bis Montag früh muss er es geschafft haben. Die Wette läuft. Fünf Mark!

Die jungen Facharbeiter in der Glühlampenfabrik grinsen. Mecky wird es machen. Mecky, der eigentlich Max Berger heißt und an jedem Ersten seine 402 Mark netto in die Tasche steckt, das ist ein Junge, der schon ganz andere Dinge gemeistert hat. An jedem Wochenende sieht man ihn mit einer neuen Freundin. Wenn er tatsächlich einmal dasselbe Mädchen an zwei Wochenenden hintereinander ins Kino oder auf die Tanzdiele führt, hat er das Gefühl, ein verkalkter Spießer und das Gespött der Welt zu sein. – Warum aber ist er so? Jahrgang 1936, Nummer eins in der Schule beim Altpapiersammeln, eine hässliche Narbe am Bein vom Brandbombenlöschen, mit vierzehn gutverdienender Schwarzhändler in amerikanischen Zigaretten; heute hat er alles erlebt, wozu sein Vater noch die doppelte Zahl an Jahren brauchte.

Mecky ist immer auf Draht. Doch an diesem Sonnabend… Er macht sich also nach Feierabend an Christa heran, probiert lässig seine zwei, drei Touren, die doch bei anderen Mädchen immer ausgereicht haben. Aber Christa bleibt abweisend. Basses Erstaunen von Mecky. Dabei sieht sie doch so süß aus, strahlt einen so seltsamen Zauber aus. Sein Ehrgeiz ist geweckt. Sogar sein Interesse. Er erscheint am Nachmittag einfach bei Christas Mutter, im besten Anzug, drei Nelken in der Hand. Das wirkt. Die Mutter ist begeistert. Christa geht halb seufzend, halb lächelnd mit Mecky zu einem Catchkampf. Und dann will er zu einer ‘Party’ in der Polsterwerkstatt von Edgars Vater.


Edgar ist einer von Meckys Kumpeln. Sehr praktisch, der Lagerraum hinter der Polsterwerkstatt. Aber Christa will – spazierengehen. Wie bitte? Mecky ist in seinem Leben noch nicht spazierengegangen! Einfach so dahinwandern? Einen Fuß vor den anderen setzen? Wozu? Mecky ist aus der Fassung gebracht. Aber er macht mit. Er will die Wette gewinnen. Nein, schon nicht mehr die Wette: er will Christa gewinnen. Und das gelingt ihm nicht…

Ihre mädchenhafte Reinheit verwirrt ihn immer mehr. Unter dem Blick ihrer klaren, unschuldigen Augen bröckelt der Mecky ab, und ein einundzwanzigjähriger, gefühlsgehemmter Max Berger kommt zum Vorschein. Zum ersten Kuss muss sie ihn beinahe auffordern. Später geraten sie dann doch noch in die Polsterwerkstatt, wenn auch nur, um einen Fleck aus Christas Mantel zu entfernen. Aber hier lauert die Meute der jungen Kumpels aus der Fabrik, um Zeugen der gewonnenen Wette zu werden. Christa läuft entsetzt davon. Zum erstenmal ist Mecky ratlos, verzweifelt, unfähig, mit etwas fertig zu werden, was sich nicht greifen lässt. Sein Versuch, Christa am Sonntag noch einmal zu sprechen, sich bei ihr zu entschuldigen, endet mit einem Fiasko. Von der Mutter zur Rede gestellt, wird er ausfallend. Alles ist aus. Vielleicht auch besser so…

Als er jedoch am Nachmittag beim Fussballspiel verletzt ausscheidet, steht Christa plötzlich wieder vor ihm. Sie allein hat verstanden, warum er aus der Haut gefahren ist, als er sich entschuldigen wollte. Sie geht mit ihm nach Hause. Beide sind allein miteinander. Aber das alte Ich kämpft in ihm mit dem neuen. Er wird zwischen dem Wunsch und den Hemmungen. die er früher nicht kannte, hin und her gerissen. Als die Situation kritisch zu werden beginnt. ergreift er kopflos die Flucht, läuft vor sich selbst und vor Christa davon. Er versucht, in die alte, vertraute Welt zurückzufinden. Aber seine Freunde, die bei der Fussballsiegesfeier sind und nach der Wette fragen, werfen ihn hinaus, weil Mecky sie anschreit. Auch Anni, seine Freundin vom letzten Wochenende, setzt ihn vor die Tür, als er anfängt von Christa zu erzählen.

Wohin? Er steht im Niemandsland, der Grenze zwischen seiner alten und der neuen Welt, erdrückt von dem Unbekannten, das er bislang nicht kannte, der Liebe… Seine Füße tragen ihn irgendwohin, bis er Christa wiederfindet: auf dem alten Autofriedhof, wo sie sich zum erstenmal küssten.

Am Montagmorgen weiß er, dass er zwar die Wette verloren, dafür aber etwas gewonnen hat, was sich mit Geld nicht bezahlen lässt.

 

Endstation Liebe

Deutschland 1957; 85 Minuten
nach einer Erzählung von Will Tremper und Axel Hahn

Darsteller:
Barbara Frey (Christa)
Horst Buchholz (Mecky)
Karin Hardt (Frau Lehnhoff)
Edith Elmay (Anni)
Franz Nicklisch (Vater Berger)
Peter-Uwe Witt (Uli)
sowie
Anneliese Hartnack
Heinz Liedtke
Harry Raymon
Andreas Schürenberg
Peter Fitte
Peter Hippler
Horst Gentzen
Heinrich Hildebrandt
Gudrun Krüger
Benno Hoffmann
Malte Petzel
Brigitte Löblich
Lou Seitz
Anneliese Würtz
Kurt Waitzmann

Regie: Georg Tressler
Drehbuch: Will Tremper
Kamera: Helmuth Ashley
Schnitt: Kurt Zeunert
Bauten: Herbert Kirchhoff
Regieassistenz: Benno Hoffmann
Produktionsleitung: Gert Weber
Aufnahmeleitung: Heinz Karchow und J. W. Schlüter

Eine Wenzel-Lüdecke-Produktion der Inter West Film GmbH
Schwarzweißfilm
Uraufführung: 23.01.1958 (Karlsruhe)

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Michael 'Ohlly' Ohlhoff
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