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The Rattles Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1

Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1
 
 
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Artikel-Nr.: BCD16451

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The Rattles: Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1

Video von The Rattles - Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1

1-CD Digipak (6-seitig) mit 32-seitigem Booklet (deutsch), 30 Einzeltitel. Spieldauer 70:50 Minuten.

Die Rattles


Ungläubig runzelten die Götter die Stirn, als sie 1961 auf Hamburg-Harburg hinunterschauten. Da stimmte Joachim Reichel seine Gitarre, während Herbert Hildebrandt noch ein Gewinde in ein Blechrohr schnitt, um einen Mikrofonständer zu bauen. Mit Schraubendreher, Plektrum, ein paar Metern Litze ging man zu Werke, während einer in Großvaters Englischwörterbuch blätterte, auf der Suche nach einem Namen. Er entdeckte darin ein Wort, welches ein Instrument bezeichnete, das ihm geeignet erschien, der ins Auge gefaßten Musik ein Symbol zu sein - die Ratsche. The Rattle. Mit Dieter Sadlowski an den Trommeln und Volker Reinhold an der Rhythmusgitarre ratschte man bald bodenständigen (und ein wenig simplifizierten) Rock 'n' Roll für ein paar Flaschen Cola oder ein Abendessen. 

Mangels Konkurrenz spielte man sich aus dem Hamburger Süden schnell in das angrenzende Umland, die Gitarren hart an der Hüfte, die billigen Verstärker aufgedreht bis 11. Zwischendurch checkte man die einschlägigen Hamburger Clubs aus, um den gastierenden englischen Bands auf die Finger zu schauen und in die Verstärker zu hören. Auch unserem glorreichen Quartett ging das Englisch nicht so glatt von den Lippen wie der hansestädtische Dialekt, es klang eher wie eine Feile auf Eisen. Gelegentlich auch wie ihr Name. Nun sind aber die nordischen Dehnlaute dem Englischen näher als das bajuwarische Granteln, und so hörte es sich nicht einmal übel an, was sie da in die Billigmikrophone brüllten. Die Instrumente wurden von der Ausbildungszulage abgestottert. Deshalb reichte es auch nicht zu mehr als einem Framus-Brett. Aber so muß es sein, wenn man anfängt. Not macht erfinderisch, und deshalb stieg man in der Gunst des Publikums, was wiederum den gastgebenden Wirten nicht unangenehm war, so daß sich Größe und Qualität der dargereichten Abendspeisen zum Vorteil unserer Jungspunde veränderten. The Rattles kamen auf die Speisekarte vieler Lokale.

Kuno Dreysse, The Rivets: "Das waren die rauhen Jungs aus Bramfeld, die sich hochgedient hatten." Immer hart auf den Fersen von Chuck Berry, Buddy Holly, Freddy Cannon und anderen (Gitarren-) Helden der Frühzeit. So eine richtige Arbeiterklasse-Gang, immer hungrig, im Visier die ersten englischen Konkurrenten auf der Großen Freiheit, unten im Kaiserkeller oder im Indra. Zwei Jahre ackerten sie, dann fanden sie für Reinhold einen besseren, Hans Joachim 'Hajo' Kreutzfeldt (prä-Solo, prä-Mustangs), und legten noch 'ne Schippe zu. Sie erspielten sich schnell die Pole-Position in Hamburg. Beim ersten Star-Club-Band-Wettbewerb bekamen sie dies auch schriftlich (vor Mama Betty's Band und The Tonics). Und nachdem Manfred Weißleder ihr Management übernommen hatte, schob er ihnen einen Philips-Plattendeal unter die Nase. Bald schon wurden im Star-Club Mikrophone und Bandmaschine aufgebaut, und die Rattles rättelten sich durch ihre beste Serie, alles R&B-lastiger Rock 'n' Roll, richtiger Punk: gerade Drei-Akkorde-Musik, mit 160 km/h herausgehauen. Steht wie eine Eins. 

Phantasietexte und Raspelenglisch inbegriffen. Bäbii, sät iss rackenroll! Die Aufnahmen auf der Star-Club-Bühne indes gelangen nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten, und so gingen die Rattles noch einmal ins Studio, um vier Lieder neu einzuspielen. Sadlowski erlebte den ersten Auftritt im Studio nicht mehr, dafür aber Reinhard 'Dicky' Tarrach (ex-Mama Betty's Band), denn drei Stücke wurden sozusagen nachvertont: Zip-A-Dee-Doo-Dah, The Stomp und Baby, That's Rock 'n' Roll. Herbert Hildebrandt: "Sadlowski, das war ein Feeling-Trommler. Dieser verhärmte, kleine Typ setzte sich ans Schlagzeug - und konnte spielen." Achim Reichel: "Sadlowski war von uns der älteste, ein liebenswert Verrückter, der manchmal auch - leider - so Züge an sich hatte wie 'Ihr lütten Jungs, was wollt ihr mir denn schon erzählen!?' Es war dasselbe wie nachher bei Kreutzfeldt. Er hielt es nicht mehr für nötig zu üben. 'Wir haben doch unser Programm nun drauf. Was willste denn da noch dran rummachen.' Es war beiden nicht genehm, daß wir hier was probierten, Gehörtes verarbeiteten, eigene Stücke schrieben. 'Hääähhh? Muß das sein?'"

Tarrach hatte mit New Orleans Jazz, sogenanntem Oldtime Jazz, angefangen, war dann bei den Strangers, einer Rock 'n' Roll-Band, gelandet und anschließend von Mama Betty's Band abgeworben worden. Die Philips schnitt von den 14 Titeln der LP acht zu vier Singles heraus. Und es gibt viele, die behaupten, daß dies die besten Rattles waren, die es je gab: unverbraucht, knallhart wie eine Punkband und Rock 'n' Roll pur. Dicky Tarrach: "Dieser Druck war es, was uns damals auszeichnete. Wir klangen völlig untypisch für eine deutsche Band - deshalb kamen wir wohl auch in England so gut an."



mehr im Booklet BCD16451  Die Rattles



Smash...! Boom!...Bang...!
Beat in Germany
The 60s Anthology

Diese CDs sind Teil der umfassenden Bear-Family-Reihe 'Smash...! Boom...! Bang...!', die sich thematisch mit dem Beat-Boom der mittsechziger Jahre in Deutschland befasst und auf zunächst 30 Teile ausgelegt ist. Jede CD enthält zwischen 20 und 30 Titel in restaurierter, bestmöglicher Klangqualität.

Präsentiert werden populäre Bands wie die Rattles oder Lords, aber auch weniger bekannte Gruppen wie etwa die Pages, Poor Things, Pete Lancaster And The Upsetters, Blizzards, Sound Riders und viele andere. Eine Vielzahl von Songs erlebt rund 35 Jahre nach der Erstveröffentlichung ihre Premiere auf CD, diverse Titel sind bislang noch nie auf Tonträgern erhältlich gewesen.


Ein weiteres CD-Album aus der Bear Family Records Beat CD Serie - Smash...! Boom!...Bang...! Beat in Germany -


 

Songs

The Rattles - Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1 Medium 1
1: Mashed Potatoes
2: Hello
3: The Stomp
4: Zip a die doo dah
5: Sticks And Stones
6: Bye, Bye Johnny
7: Go To Him
8: Cryin', Waitin', Hopin'
9: Baby That Is Rock'n' Roll
10: Everybody Loves A Lover
11: Tell Me What Can I Do
12: Sunbeam At The Sky
13: What Do You Want With My Baby
14: My Gal Is Red Hot
15: Bye Bye Johnny
16: Sweet Little Sixteen
17: Memphis Tennessee
18: Twist And Shout
19: Geh' zu ihm
20: Bye, Bye Baby
21: Do Wah Diddy Diddy
22: Betty Jean
23: Shame, Shame, Shame
24: Someone Who Is Just Like You
25: Spanish Harlem
26: Bo Diddley
27: La La La
28: There Goes My Heart Again
29: Lass' die Leute doch reden
30: It's Monkeytime

 

Artikeleigenschaften von The Rattles: Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1

  • Interpret: The Rattles

  • Albumtitel: Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1

  • Artikelart CD

  • Genre Beat

  • Music Genre Rock 'n' Roll
  • Music Style Beat - 60s / 70s
  • Music Sub-Genre 259 Beat - 60s - 70s
  • Edition 2 Deluxe Edition
  • Label Bear Family Records

  • Preiscode AR
  • SubGenre Beat 60s-70s

  • EAN: 4000127164513

  • Gewicht in Kg: 0.200
 
 

Interpreten-Beschreibung "Rattles, The"

 Die Rattles

1965 entwickelte sich zu einem absolut hektischen Jahr für die Rattles. Ihre Popularität spülte sie weit nach oben. Die Ariola schob noch ein zweites Album 'Live im Star-Club' nach. Am Jahresanfang nahm die Band in Harburg das Playback für Johnny Hallydays Single Laß die Leute doch reden und It's Monkeytime auf. Hallyday synchronisierte dann in den Electrola Studios Köln, die beiden Parteien haben sich nie getroffen. Reichel: "Wir bekamen die Anfrage, ob uns das wohl interessieren würde. Wir haben uns angehört, was es werden sollte, und das erschien uns ziemlich spannend. Del Shannons 'Keep Searchin', die US-Vorlage, war ja eine gute Nummer. Ingfried Hoffmann war mit uns im Studio und hat die Orgel dazu gespielt." Anschließend begannen die Arbeiten zu einem Film: 'Hurra! Die Rattles kommen!' Hildebrandt: "20 Tage Drehen, pro Tag DM 1000,-, glaube ich. Für Weißleder war das ein Prestige-Objekt. Die Beatles hatten schließlich auch ihren Film..." Die Kritik zerriß den Film so gründlich, daß der Verleih Interworld auf eine offizielle Premiere verzichtete und ihn auf Vorstellungen im Jugendprogramm, d.h. nachmittags, reduzierte. Reichel: "Das fing ja schon damit an, daß wir denen zu hamburgisch klangen. Also wurden unsere Stimmen synchronisiert. Mich sprach Wolfgang Gruner von den Stachelschweinen. Plötzlich redeten wir mit einem leichten Berliner Slang. Hätte man unsere Sprache gelassen, hätte das Ding einen gehörigen Zacken mehr Authentizität behalten. Dieses Gekünstelte, das da drin ist, ist dem Film natürlich abträglich." Der Film war unterfinanziert, wenig durchdacht, schlampig gemacht. Es gab sogar eine Konzert-Szene, da wurde das Publikum eines Moody Blues-, Searchers-, Lords- u.a. -Gigs in der Berliner Waldbühne mit den Rattles verschnitten 

Immerhin brachte die Filmmusik auf dem gleichnamigen Album die besten Rattles, die es bis dahin gegeben hatte; jedenfalls eine Seite lang, und das waren alle Nummern, die im Film gespielt wurden - ausschließlich Eigenkompositionen - und zugleich Songs schärfsten Kalibers, wie It's My Fault, She's The One, No, No oder A Lonely Man. Hier stimmten die Riffs, die Melodien waren einprägsam, ohne naiv oder kitschig zu sein: Die Band hatte sich auch spieltechnisch weiterentwickelt, und Come On And Sing, quasi die Titelmelodie des Films, gelang die höchste Plazierung in der Reihe der Rattles-Hits - wenn man von The Witch in den 70ern mal absieht.

Nach heutigem Maßstab wären die Rattles eine Boygroup, mit dementsprechendem Auflauf und Rummel um die Band. Die Gruppe verdiente nun sehr gut, Dicky posierte mit seinem 230 SL, die Kleidung wurde maßgeschneidert.

Das Jahr 1966 begann, wie 1965 aufgehört hatte: Deutschland im Rattles-Fieber, trotz der Konkurrenz durch die Lords. Der Markt vertrug aber zwei große Gruppen. Herbert Hildebrandt wurde indes immer mehr zum Motor in der Band. Hildebrandt: "Wir hatten ganz klare Absprachen: Reichel ist der Frontmann, gibt die Interviews, verkauft unsere Sache. Der Blonde. Unsere Gallionsfigur." Dann kam Herbert Hildebrandt mit seinem ersten Titel: Love Of My Life. Hildebrandt: "Achim sagte: 'Den singe ich nicht.' Damit war das Ding erledigt. Ratlosigkeit. Sigi Loch fand den Titel aber gut. Rugy auch, also sagte er: 'Laß mal probieren!' Und es war toll, wie er ihn gesungen hat, auf eine ganz andere Art. Dieses Righteous Brothers-mäßig Tiefe." Love Of My Life wurde ein Hit, und die bestverkaufte Rattles-Single der 60er Jahre. Gleichzeitig lief Sha La La La Lee unter dem Pseudonym The 'In' Crowd recht gut, trotz der Konkurrenz des Small-Faces-Originals und der German-Blue-Flames-Coverversion.

Bei der Beatles-'Bravo Blitztournee' '66 waren die Rattles mit von der Partie, und sie wurden unmittelbar nach dem Münchner Eröffnungskonzert nach vorn plaziert. "Wir sind da so tierisch angekommen, daß Brian Epstein sofort zum Schutze seiner Jungs Maßnahmen ergriff. Der sagte dann, daß wir am nächsten Tag in Dortmund als erste auf die Bühne müßten." In München spielten die Rattles noch unmittelbar vor der Pause, und das Publikum rief die ganze Pause über nach den Rattles.

1966 kam der große Schock: Achim wurde zur Bundeswehr einberufen. Und damit schlug man drei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite machte man Werbung für die Bundeswehr, so ganz Elvis-mäßig, bei einer Jugend, die damals dem Treiben mit Waffen recht skeptisch gegenüberstand. Achim Reichel: "Ja." Frank Dostal: "Es wäre doch ein Einfaches gewesen. Achim verweigert den Wehrdienst! Was manchem erst später aufging, war, daß da wohl klare Überlegungen hinter standen. Auf der einen Seite haben wir hier die Rattles, die machen wir weiter, und dann bauen wir Achim als Solosänger auf." Der Gedanke, den Wehrdienst zu verweigern, war Achim nicht gekommen: "Ich hatte mich damals dafür entschieden, nach Berlin zu gehen. Da gab es ja noch die Regelung, wenn du einen Berliner Ausweis hattest, wurdest du nicht zur Bundeswehr eingezogen. Dieses Verfahren mit dem Umzug nach Berlin war aber noch nicht ganz abgeschlossen, und das überkreuzte sich mit der Einberufung. Ich bin damals durchs Raster gefallen." Herbert Hildebrandt: "Wir waren in England gewesen, Roy Tempest wollte uns unter Vertrag nehmen. Der Vertrag lag unterschriftsreif vor. Doch Weißleder beorderte uns zurück." Zu der Zeit, so Herbert Hildebrandt, war Reichel bei Weißleder angestellt. "Wir wußten von nichts!" Insofern machte es ökonomisch Sinn, Reichel als Schlagerstar aufzubauen. Hildebrandt: "So einen kann man zehn Jahre oben halten - bei Beat-Bands war das ja zweifelhaft."

Auszug aus dem Booklet BCD16456 - The Rattles Die deutschen Singles A&B (1965-1969), Vol.2
Read more at: https://www.bear-family.de/rattles-die-deutschen-singles-ab-1965-1969-vol.2.html
Copyright © Bear Family Records

 
Presseartikel über The Rattles - Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1
Kundenbewertungen für "Die deutschen Singles A&B (1963-1965), Vol.1"
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(aus 2 Kundenbewertungen)
 
 
Von: The Beat - Nic 2017-08-28 15:05:31

Top!

Meiner Meinung nach einer der besten deutschen Beat Bands! Die Coverversionen der Rattles, stellen die Originale oftmals in den Schatten - selbst bei 'Bye Bye Johnny' kann Chuck Berry einpacken - Chuck Berry's 'Bye Bye Johnny': kein Gitarrenbreak - deutlich langsamer und nicht halb so viel Druck!
- Die Rattles - Zwei!! Gitarrenbreaks - schön schnell und Druck, daß einem die Mütze wegfliegt!
https://www.youtube.com/watch?v=WPrp0qFxEBo

 
Von: Börner 2014-05-05 08:48:42

finde ich Super bitte davon mehr

 
 
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