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Wer war/ist Renée Franke ? - CDs, Vinyl LPs, DVD und mehr


Renée Franke

Am 4. Mai 1928 erblickte Renée Franke, geborene Gisela Beyer, in Hamburg das Licht der Welt. Als ihre Mutter ihren zukünftigen Mann kennenlernt, läßt sie die dreijährige Tochter bei ihren Eltern zurück. Der Kontakt bricht ab, zusätzlich unterstützt durch die späteren Wirren des Krieges. Der Kontakt zum Vater beschränkt sich auf wenige Besuche. Ihre Großeltern übernehmen ihre Erziehung.

Als junges Mädchen träumt sie davon, Tänzerin zu werden. Doch Träume sind Schäume. Schon in jungen Jahren ist sie sehr praktisch veranlagt und sehnt sich vielmehr nach Sicherheit. Sie entscheidet sich für einen Job für den man keine langwierige Ausbildung braucht und bereits nach kurzer Einarbeitung Geld verdient: Im Fernamt Schlüterstrasse in Hamburg beginnt sie als Telefonistin, Monatsgehalt: 120 Reichsmark.

Schon bald kriegt sie mit, dass man als Telefonistin mit englischen Sprachkenntnissen mehr verdienen kann: bis zu 200 Reichsmark. Ihr Schulenglisch war nie sehr gut, aber was damals nicht war, macht sie nun durch ihren Ehrgeiz wett. Englische Schlager, u.a. von Doris Day und Sarah Vaughan, sowie ein Wörterbuch sind die Unterrichtsmaterialien, mit denen sie sich die Sprache zu eigen macht und das so gut, dass sie nur kurze Zeit später als 'Leihgabe' der Post in die Telefonzentrale der englischen Militärregierung in Hamburg versetzt wird.

Die Geschichte kann beginnen.

Im Oktober 1998 traf ich Renée Franke in München. Renée Frankes Stimme ist so wunderbar rauchig-sanft und angenehm, dass man gar nicht aufhören möchte, ihr zuzuhören. Leider kann man in einem Text nicht auch die Stimme hören. Aber es wäre trotzdem schade, wenn nicht sie selbst, in ihrer unverwechselbaren Art - weit entfernt von jedweden Starallüren - ihre Geschichte erzählen würde. Ich hoffe Sie haben beim Lesen dieses Gesprächs so viel Vergnügen, wie ich beim Zuhören gehabt habe.
SUSANNE PAPAWASSILIU

 

"Ich habe alles getan, um Englisch zu lernen, unter anderem eben auch Schlager gesungen. Und dann bildeten wir eine Clique wie alle jungen Leute, sind Tanzen gegangen beim Heissgetränk. Alkohol gab es ja nicht, es war noch in der Zeit vor der Währungsreform. Und beim Tanzen, da war ja natürlich die Kriegsjugend, die ja völlig fremd hinter einer akustischen Mauer lebte, die wurde förmlich überschwemmt vom Swing, wir sind völlig ausgeflippt. Das was heute Extasy bedeutet, das brauchten wir gar nicht, der Swing hat uns völlig ausflippen lassen. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Ich begreife heute die Rapper, nur Techno, das ist mir zu wenig Melodie, da kann ich nicht mitmachen, aber ich meine, diesen Rausch an sich habe ich nicht vergessen, so war das auch damals. Da war in meiner Clique eine, die wollte gerne beim englischen Soldatensender BFN vorsingen. Der hatte nämlich eine Sendung mit einer Live-Band, und da sind wir des öfteren hingegangen und haben Publikum gespielt.. Wenn das rote Licht anging, haben wir geklatscht. Das war alles sehr aufregend. Die Vorstellung, dass meine Oma das zuhause hört, wenn ich da klatsche, das war alles unbegreiflich für mich. Na ja, und die eine wollte gerne mitmachen, ich hatte eigentlich nicht die Absicht, aber die wollte nicht alleine gehen. Jedenfalls haben wir gewettet, um eine Tafel Schokolade. Das war Ende Dezember 48 und am 3. Januar 49 habe ich vorgesungen, ein halbes Jahr nach der Währungsreform, da war eine Tafel Schokolade schon ein Einsatz. Naja, so sind wir zum BFN gegangen zum Vorsingen.

Auszug aus dem Booklet BCD16287 - Renee Franke Musikverrückt
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Renee Franke: Musikverrückt
Art-Nr.: BCD16287
 

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1-CD mit 44-seitigem Booklet, 26 Einzeltitel, Spieldauer 78:46 Minuten. Renée Franke , der große Star der Nachkriegsjahre, hat vielleicht zwei künstlerische Seelen. Sie hat zärtliche Lieder zu Schlagern gemacht, die gerade in den fünfziger Jahren bei den...

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