Wer war/ist Frl. Menke ? - CDs, Vinyl LPs, DVD und mehr

Frl. Menke

Sie gehörte 1982 zu den großen Stars der Neuen Deutschen Welle. Zusammen mit Nena wurde sie zum neuen deutschen Fräuleinwunder erkoren und war eine der ersten NDW-Künstlerinnen, die in die ZDF-Hit- parade eingeladen wurden. Als Frl. Menke eroberte Franziska Menke die Charts. Hohe Berge und Tretboot in Seenot waren zwei große NDW-Hits. Sie wurde am 4. November 1960 in Hamburg als Tochter des Ehepaares Menke geboren. Ihr Vater war der bekannte Produzent Joe Menke, der schon mit/für Truck Stop, Freddy Quinn und Hildegard Knef Erfolge feiern konnte – und ihre Mutter Karin war Sängerin im Chor von Bert Kaempfert. So wurde der kleinen Franziska eine musikalische Karriere praktisch in die Wiege gelegt. Sie bekam Orgel- und Klavierunterricht und begann Songs zu schreiben.

Im Alter von 20 Jahren versuchte sie sich erfolglos unter ihrem eigenen Namen als Disco-Queen mit ihrer Disco-Schlager-Debüt-Single Wie Du bist, die allerdings keinerlei große Beachtung fand. Dieser Flop veranlaßte sie zum Umdenken und brachte sie schließlich auf die Kunstfigur "Frl. Menke", die – passend zu den Songs – bei ihren Auftritten ein auf New Wave-getrimmtes Dirndl zu ihrem Markenzeichen trug und die mit einer gewagten Mischung aus Punk-, Wave- und 'Musikantenstadl'- Attitüde eine neue Facette in die NDW brachte. Für dieses Projekt hatte sie sich mit dem Produzenten Harry Gutowski zusammengetan, der 1976 gemeinsam mit Joachim Witt und Wolfgang Schleiter die erfolgreiche deutsche Rockband Duesenberg gegründet hatte, mit der er 1980 – nach drei Alben – mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet worden war. Im Mai erschien – sozusagen als Versuchsballon – die 12"- Vier-Song-EP 'Hohe Berge'. Neben dem Titelstück enthielt die EP noch Fürstenhochzeit im Exil (komponiert von Gutowski und Witt – getextet von Jay Hawker alias Jürgen Tegge), Du mußt mein Zufall sein und Komm, Computer. Letzteres sollte ursprünglich aus dieser EP ausgekoppelt werden.

Die Plattenfirma entschloß sich aber auf Grund der guten Medienresonanz Hohe Berge als Single zu veröffentlichen. Mit Höchstposition 10 in den deutschen Single-Charts (und knapp 3 Millionen Verkäufen) sollte die POLYDOR recht behalten. Konservative und dogmatische Schla- gerfreunde reagierten ablehnend auf die "schrille Popnudel" (ZDF-Archiv). Die Ur-NDW-Szene lehnte sie als kommerzielles Unikum ab. Bei aller Spaßigkeit wollte Frl. Menke die Ernsthaftigkeit ihrer Musik nie in Frage stellen. Etliche Titel ihres spä- teren Debüts hatten versteckt durchaus gesellschaftskritische Züge und standen im Widerspruch zur "naiven" Kunstfigur Frl. Menke. Dadurch avancierte sie zu einer Ausnahmeerscheinung der späteren "Spaß-NDW". Der Rest der Musikkonsumenten kaufte sie als "flotte Mischung aus Lebensfreude, Naivität und Selbstironie" ('NDW- Lexikon'). Von den Konsumenten des Teenie-Magazins 'Bravo' wurde sie 1982 unter die Top 10 der beliebtesten Sängerinnen gewählt. Die Nachfolgesingle Traumboy war ähnlich erfolgreich und prädestinierte Frl. Menke sogar für die Hauptrolle im NDW-Kinofim 'Gib Gas, ich will Spaß'. Diese Rolle wurde dann allerdings an den NDW-Überstar Nena vergeben, was der Karriere von Frl. Menke noch keinen Abbruch tat.

Das 82er Debütalbum 'Frl. Menke' wurde wieder von Gutowski produziert, konnte sich aber – trotz des Covers des Mode- designers Wolfgang Joop – nicht in den Charts platzieren. Im Studio waren – neben Gutowski (Arrangements, g, b, key) und Menke (voc, key, fl) noch Udo Dahmen (dr, ex-Kraan), Adrian Askew (key, ex-Lake, ex-Lucifer's Friend, ex-Atlantis) an den Album-Aufnahmen beteiligt. Zwar wurde aus der ausgekoppelten Single Tretboot in Seenot ein weiterer Top-25- Erfolg, aber schon mit der nächsten Single Messeglück in Düsseldorf war der Hype vorbei. Die NDW versiegte langsam und riß viele NDW-Interpreten mit in die Tiefe. Zwar erschien noch 1984 als vorerst letzte Single ...Die ganze Nacht – diesmal konsequenterweise unter ihrem vollständigen Namen und mit geändertem Image –, wieder produziert von Gutowski, aber die Öffentlichkeit schenkte dem keinerlei Beachtung. Es folgte ein Rückzug ins Privatleben, eine Hochzeit und die Geburt von zwei Kindern. Zwischenzeitlich komponierte sie Werbemusiken ("Wella", "Berentzen" u.a.), schrieb Musik für andere InterpretInnen und arbeitete als Paketzustellerin. 1991 erschien eine zeitgemäße Techno-Version ihres ersten Erfolges – ge-remixt von der deut- schen Eurodance-Gruppe Masterboy (Enrico Zabler, Thomas Jürgen Schleh aus Baden-Württemberg).

Ein Jahr später folgte mit 'Ich will's gefährlich' ein Comeback-Album, das erneut von Gutowski pro- duziert worden war. Es erschien unter ihrem bür- gerlichen Namen und enthielt den kleineren Radio-Hit Ich hol doch keine Brötchen. In den dar- auf folgenden Jahren war Franziska Menke immer wiederaufNDW-PartysalsFrl.Menkezuerleben |93 und tourte mit Peter Schilling, Markus, Joachim Witt, Peter Hubert (UKW) und Geier Sturzflug durch Deutschland. BEAR-FAMILY RECORDS veröffentlichte 1998 das komplette Debüt 'Frl. Menke' – zusätzlich mit sämtlichen Maxi-Versionen – auf dem Sampler 'Hohe Berge'.

Burghard Rausch 

copyright Bear Family Records®
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Aus grauer Städte Mauern - Die Neue Deutsche Welle (NDW)

Weitere Informationen zu Frl. Menke auf de.Wikipedia.org

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Hohe Berge (CD)
Frl. Menke: Hohe Berge (CD) Art-Nr.: BCD16252

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1-CD mit 28-seitigem Booklet, 16 Einzeltitel, Spieldauer 72:44 Minuten. Booklet mit allen Texten und Diskographie. Die Letzten Exemplare! - CD wird nicht wieder aufgelegt. Franziska Menke war in den frühen achtziger Jahren auf dem besten...
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