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Wer war/ist Frl. Menke ? - CDs, Vinyl LPs, DVD und mehr


Am Anfang war ein Bild in einer Programmzeitschrift: eine hübsche junge Frau sitzt vor kitschig-künstlichem Himmel auf einer Schaukel. Ihr Blick: beinernst, ihr Kleid: ein Dirndl. Im Text hieß es: “Frl. Menke singt: ‘Hohe Berge!'“ Der so beworbene erste Fernsehauftritt von Frl. Menke in Desirée Nosbuschs 'Musikbox' geriet ähnlich skurril. Das Dirndl war zu kurz, um ernst gemeint zu sein, die Frisur zu modisch, und die zackigen Tanzbewegungen von Frl. Menke erinnerten eindeutig mehr an DAFs Tanz den Mussolini als an den 'Blauen Bock'. Das Lied selbst, ein mit vielen Ohus und Ohos angereicherter Synthie-Pop-Schlager, handelt von einer hyperaktiven Alpinistin, die in den Bergen herumkarriolt und im ewigen Schnee Eis verputzt.

Franziska Menke, die Interpretin und Autorin dieser hübschen Pop-Groteske, wurde am 4. November 1960 in eine musikalische Familie hineingeboren. Mutter Karin war vor ihrer Heirat eine im wahren Wortsinn herausragende Sängerin: Im Chor von Bert Kaempfert sorgte sie für die unverwechselbaren Obertöne. Franziskas Vater ist der Musikproduzent Joe Menke (Truck Stop), in dessen 'Studio Maschen' vor den Toren Hamburgs sich seit den sechziger Jahren die Stars und Sternchen des deutschen Schlagers die Klinke in die Hand gegeben haben. Freddy Quinn etwa, Baccara oder Hilde Knef haben hier aufgenommen. In den frühen Siebzigern kam gar Stevie Wonder einen Nachmittag zum Orgeln - Klein-Franziska aber wurde an diesem Tag ins Haus verbannt "und konnte ins Kissen beißen", wie sie es formuliert. "Nie aber werd ich vergessen", kugelt sie sich, "wie die völlig zugekifften Les Humphrey Singers um unseren Swimmingpool herumlagen."

Neben zuerst spielerischen, dann professionellen Erfahrungen mit Backgroundgesang absolvierte Franziska Menke ein Volontariat in einem Musikverlag. Der nicht ganz ernsthafte Versuch hingegen, ihre Stimme an einer Musikschule ausbilden zu lassen, scheiterte bereits nach dem ersten Vorsingen: "Die Professorin starrte mich an und fragte: 'Haben Sie etwa schon Schlager gesungen? Mein liebes Kind, dann kann ich für Sie leider gar nichts mehr tun!'"

Im Mai 1980 erschien die erste Franziska-Menke-Single, Wie du bist, von alten Schlagerprofis geschrieben und ganz im epigonalen Disco-Sound von Marianne Rosenbergs Herz aus Glas gehalten. Die Platte floppte, was den eigenwilligen Teenager durchaus nicht beunruhigte, sondern in dem Entschluß bekräftigte, fortan nur noch in Eigenregie zu arbeiten. Doch bis zur Wiedergeburt als 'Frl. Menke' sollten noch zwei Jahre vergehen.

Musikalisch waren dies bewegte Zeiten. Seit den späten 70er Jahren hatte sich in Deutschland eine von Punk initiierte, mit dem eigenen Dilettantismus kokettierende musikalische Subkultur entwickelt. Verblüffend: Jahrelang verpönt, waren deutsche Texte plötzlich so etwas wie ein Muß - vorausgesetzt, sie besaßen Ironie. Der kommerzielle Durchbruch gelang allerdings nur Bands wie Ideal, Extrabreit oder der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft, die von der Plattenindustrie vermarktet wurden.

Als Frl. Menke im Mai 1982 bei Polydor Hohe Berge herausbrachte, gehörte sie zum bald als ‘kommerziell’ geschmähten Flügel der 'Neuen Deutschen Welle'. 

Auszug aus BCD16252 - Frl. Menke Hohe Berge
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Frl. Menke: Hohe Berge
Art-Nr.: BCD16252
 

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1-CD mit 28-seitigem Booklet, 16 Einzeltitel, Spieldauer 72:44 Minuten. Franziska Menke war in den frühen achtziger Jahren auf dem besten Weg, zum geheimen Kultstar eines verspielt anarchischen Glamour-Pop deutscher Prägung zu werden. Als ‘ Frl. Menke ’ gehörte...

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