Wer war/ist Sperrmüll ? - CDs, Vinyl LPs, DVD und mehr

Sperrmüll

Die Anfang der 70er entstandene Krautrock-Band Sperrmüll aus dem Aachener Raum "gehörte zu den Propheten des Krautrocks und des Progressiv Rocks" (BERLINER MORGENPOST), setzte sich aus den Mitgliedern ver- schiedener Aachener Bands zusammen und bestand anfänglich aus dem Trio Harald Kaiser, Reinhold Breuer und dem Kölner Udo Hager (g, fl, sax) (ex-Covergyrl). Den Gesang teilten sich Hager und Kaiser. Nach etlichen Umbesetzungen kam Helmut Krieg dazu, der bereits vorher mit Breuer bei den Gruppen Ozzy Brain, Drifters und Die Mustangs (mit Udo Lindenberg) gespielt hatte. Hager und ein zwischenzeit- lich engagierter Organist verließen die Band wieder. Mit dem Neuzugang, dem damals 17-jährigen Peter Schneider, manifestierte sich die Sperrmüll-Quartett-Besetzung.

Der ehemalige 'Musik Express'-Journalist Charles Zander-Dürr betätigte sich als Mentor der Gruppe und versuchte für sie einen Vertrag zu ergattern. Das in Köln ansässige EMI-Label zeigte sich zwar interessiert und finanzierte sogar Studiozeit für die Auf- nahme von zwei Demosongs, To Be Satisfied und Have To Leave You. Allerdings nahm die Plattenfirma die Option nicht wahr, und 1972 unterschrieben Sperrmüll dann bei dem neu gegründeten BRAIN-Label. Auf- genommen wurde unter der Regie von Dieter Dierks in dessen Studio in Stommeln bei Köln. Der "an den Aufnahmen nicht beteiligte Zander-Dürr verewigte sich als selbsternannter Produzent der LP unter dem Kürzel 'Chazadü' auf dem Cover" (STAGE-REPTILES).

Das Album enthielt "eine Mischung aus düsteren, harten Riffs aus der Gitarre und psychedelische Soli, die manchmal ins Exzessive ausarte- ten, unterlegt mit schweren Orgelklängen. Das hörte sich teilweise wie eine Mischung aus der australischen Prog-Rock-Band The Masters Apprentices mit einer Prise Status Quo" (STAGE-REPTILES) an.


"Auf jedem Track war ein Gefühl der musikalischen Freude zu spü- ren. Die Intensität und die Garantie dieses Debüts ließen die Frage aufkommen, was wohl gewesen wäre, wenn die Band weitergemacht hätte" (ALL MUSIC). Sperrmülls einziges Album bot "eine musikalische Vielfalt, wie man sie sich von einem deutschen Album der frü- hen 70er nur wünschen konnte" (COSMIC DREAMS) und obwohl es "exzellenten und ausgeflippten Krautrock enthielt, beson- ders der Song 'No Freak Out', mit einer hervorragenden Mixtur aus Jimi Hendrix und Hawkwind, war der restliche Teil der LP eher geradlinig. Textlich lag die Band nur einen Schritt über der Popmusik und manchmal klang sie sogar wie Status Quo" (COSMIC EGG). Von der Presse wurde das Album sehr gut aufgenom- men und Sperrmüll wurde als Support für eine Deutschlandtournee von Birth Control gebucht. Kurz nach den Auf- nahmen hatte Keyboarder Schneider, auch auf Druck des Elternhauses, die Gruppe aller- dings wieder verlassen, um sich wieder mehr seiner schulischen Laufbahn zu widmen. Da- durch wurde die geplante Tournee abgesagt und es gab keinerlei Möglichkeit zur Live- Promotion für das Debüt. Einige Monate später lösten sich Sperrmüll offiziell auf.

Schlagzeuger Breuer trat danach unter seinem Namen und unter dem Pseudonym Man Breuer auf und arbeitete für die Liedermacher Franz-Josef De- genhardt und Eckes, den flämisch-belgischen Sänger Wim de Craene und die griechische Sängerin Maria Farantouri. Außerdem tauchte er als festes Mitglied bei der Kölner Instrumental-Fusion-Gruppe Head- band und bei Sotto In Su auf. Bassist Kaiser arbeitete nach dem Jura- studium als Reise-Journalist und Fotograf. Gitarrist Krieg gründete 1974 gemeinsam mit Jürgen Winter (b) (ex-Covergyrl) und Sibbi Siebert (dr) (beide ex-Jud's Gallery) die Band Winterkrieg, zu der auch 1976 zeitweise, für den abgesprungenen Trommler Siebert, Pete York (dr) (ex-Spencer Davis Group, ex-Hardin & York) gehörte. 1976 ließen sich Winter und Krieg im rheinland-pfälzischen Wassenach nieder und eröffneten ein Musikaliengeschäft (Camp Musicland). 1989 bis 1994 betrieben beide, gemeinsam mit anderen, die Country- und Cover-Band Feetwarmers. Helmut Krieg verstarb am 5. Mai 2001.

 

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Burghard Rausch

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