Press Archive - Jerry Lee Lewis The Ballads Of Jerry Lee Lewis - musenblätter

Der Wilde kann auch sanft
The Ballads of Jerry Lee Lewis

Er lebte wild, ist zum siebenten Mal verheiratet, sorgte für allerlei Skandale und gilt als einer der härtesten Protagonisten des Rock `n´ Roll: Jerry Lee Lewis (*1935). Seine unsterblichen Hits auf Sun Records gehören zu den Eckpfeilern des Rock 'n' Roll und sein aggressives Klavierspiel gilt neben seiner Dauerwelle als eines seiner Markenzeichen, nicht ohne Grund träge er den Spitznamen „The Killer“.

Der Killer kann aber auch anders, wie ein Album belegt, das Bear Family aus Sun-Studio-Aufnehmen der Jahre 1956-1963 zusammengestellt hat, die zum Teil erst Jahre oder gar Jahrzehnte später veröffentlicht worden sind. „The Ballads of Jerry Lee Lewis“ zeigt, wenn auch nicht unbedingt die weiche Seite des Rock `n´ Roll-Stars, Country-Sängers und Honky Tonk-Pianisten, aber doch seine Möglichkeiten, auch sanftere Töne anzuschlagen. Apropos anschlagen: Man kann nicht behaupten, daß der Altmeister besonders ideenreich Klavier spielt, aber sobald er seine Stimme erhebt, ist der rhythmisch und synkopisch beinahe immer gleich hämmernde bzw. ähnliche Background vergessen. Der Mann hat Charisma ohne Ende!

Mit Honky Tonk fängt das Album an, denn „Crazy Arms“ ist so ein typischer Titel. Das folgende „Invitation To Your Party“ ist ein Muster für Lewis´ Country-Seele mit Streichern und Chor - ich sage nur: Schmalz. 27 Rock & Roll- und Country-Balladen, darunter viele Songs von seinem Kumpel Charlie Rich, einiges von seinem großen Vorbild Hank Williams und anderen Country-Legenden wie Carl Perkins sowie ausgewählte Lieblingsnummern aus dem Katalog der Tin Pan Alley finden sich in den gut 72 Minuten dieses abwechslungsreichen Albums, darunter „Born To Lose“ von Frankie Brown und „That Lucky Old Sun“ von Beasly Smith, die durch Ray Charles berühmt wurden, „Love Letters In The Sand“, mit dem Pat Boone in die Charts kam und „Goodnight Irene“ von Huddie 'Lead Belly' Ledbetter. Unter den Chorus-Sängern liest man Namen wie Roy Orbison, Jack Clement und Charlie Rich. Es geht um enttäuschte Liebe, Verlust, Schuld und bitteres Unrecht. Ein country-typischer Song ist die Selbstjustiz-Ballade „The Ballad Of Billy Joe“ eines Mannes, der seine beschmutzte Ehre mit dem Revolver wiederherstellt, dafür aber sein Lied in der Zelle singt und wahrscheinlich auf den Strick wartet. Ans Herz geht der letzte Titel „I Can’t Seem To Say Goodbye“, wer könnte das nicht nachempfinden? Ist zwar auch Schmalz, aber wunderschön.

Das Digipack enthält ein umfangreiches Booklet mit vielen raren Fotografien und informativen Linernotes des Chicagoer Musikexperten Bill Dahl sowie eine von Nico Feuerbach hervorragend recherchierte Diskographie der Titel. Heute wird Jerry Lee Lewis 85 Jahre alt. Eine Empfehlung der Musenblätter.

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