Presse Archiv - Dale Hawkins - Boogie Woogie Teenage Girl - Lulu - Rolling Stone

Dale Hawkins L.A., Memphis Tyler, Texas ****1/2 Sein „Suzie Q" ist seit 1957 integraler Bestandteil der DNA des Rock'n'Roll, doch war Dale Hawkins als Teenager den ihm nicht immer wohlgesonnenen Mächten des Music-Business nicht gewachsen. Er verscherbelte seine Rechte am Hitsong für 200 Dollar, weitere Hits blieben aus, seine Künstlerkarriere verlief rasant abschüssig.

Also wechselte Hawkins bald die Seiten und wurde Produzent. Ein erfolgreicher zumal, der es sich leisten konnte, Ende der 60er-Jahre ein Album aufzunehmen, auf dem er ungestört seinen musikalischen Leidenschaften frönen konnte, ohne kommerziellen Druck. Drei Sessions wurden anberaumt, mit jeweils bestmöglicher Besetzung. In Kalifornien standen ihm unter anderem Ry Cooder und James Burton zur Seite. Letzterer hatte einst mit Riff und Solo nicht unerheblich zum Gelingen von „Suzie Q" beigetragen. Die Tennessee-Sessions vereinten Dan Penn, Spooner Oldham, Taj Mahal sowie Wayne Jackson und die Memphis Horns, in Texas sicherte sich Hawkins den Beistand der folkrockenden Garage-Band Mouse And The Traps um Ronnie Weiss.

Drei Städte, drei Studios, drei Stilrichtungen, ein großartiges Album. Auf dem ersten Track tributiert Dale Hawkins den besagten Orten mit einem be-herzten Soul-Workout, mit „Hound Dog" von Leiber/Stoller und Jimmy Reeds „Baby What You Want Me To Do" werden klassische Vorlagen musikalisch umgeleitet, „Can-dy Man" gerät schmutziger als bei Fred Neil. „Ruby, Don't Take Your Love To Town" von Kenny Rogers & The First Edition gerade an die US-Chartsspitze gesungen, kippt ins Kranke und Kaputte. Hatte Rogers das vergebliche Flehen eines gelähmten Viet-namveteranen um die Aufmerksamkeit seiner Frau noch mit einem Rest männlicher Selbstachtung interpretiert, macht Hawkins daraus ein Drama aus Ohnmacht und schierer Verzweiflung.

Bobby Charles, dessen Laufbahn einige Parallelen zu der von Dale Hawkins aufweist vom frühen Hit auf Chess, der keine monetären Früchte trug, über die Jahre des Abstiegs als Sänger bis zum späten künstlerischen Triumph, wieder ohne zählbaren Erfolg -, steuerte zwei Songs bei, Hawkins vier. „Little Rain Cloud" mit Dan Penn verfasst, beschließt Seite 2 der LP, übermütig, selbstgewiss, fast frivol. (Bear Family)

Tags: Dale Hawkins
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