Presse - Easter Bunny Hop - musenblätter.de

Warum sollte Ostern im Pop-Geschäft eigentlich schlechter wegkommen als Weihnachten? Die Frage haben sich ganz offenbar viele US-Stars der goldenen 40er bis 60er Jahre von Pop und Country, Rock n Roll und Rhythm n Blues gestellt – und Oster-Balladen, -songs und –hits produziert. Nico Feuerbach & Marc Mittelacher haben für das Label Bear Family in dessen Archiven gestöbert und rechtzeitig zur Eiersuche 28 Titel prominenter und eher unbekannter Künstler zu einem höchst vergnüglichen Sampler zusammengestellt: „Easter Bunny Hop“.
 
 
 
In den Songs geht es natürlich um Frühling, die Chicks, welche für die Ostereier zuständig sind und die Bunnys, die sie zum Suchen verstecken oder ins Nest legen. Hat doch durchaus was von Santa Claus, der durch den Schornstein kommt und die Socken mit Geschenken füllt… Das wird niedlich bis frech und mit viel guter Laune in allen möglichen Variation besungen, wobei Ironie und Doppeldeutigkeit und durchaus auch erotische Anspielungen in den Titeln und Texten der hier zusammengestellten Aufnahmen aus der Zeit zwischen 1946 und 1961 nicht einmal eine versteckte Rolle spielen („Let´s Go Bunny Huggin´“). Da werden z.B. aber auch im Jahr 1952 kühn Melodie-Versatzstücke von Johnny Marks´ „Rudolph The Red Nosed Raindeer“ (1949) u.a. zu „Eggbert, The Easter Egg“ zusammengekleistert – und immerhin von Percy Faith und Rosemary Clooney präsentiert. Das ist fast schon peinlich abgekupfert. 
 
 
Aber: große Country-Stars wie Red Foley, Roy Acuff, Ernest Tubb oder Johnny Horton treten neben phantastischen Rock n Rollern wie Junior Dean, Lloyd Price, oder Tommy Sands auf. Fingerfertige Rhythm n Blues-Vertreter wie der geniale Eddie Cochran mit dem „Chicken Shot Blues“, Fats Domino mit „Easter Parade“ oder Lightnin' Slim mit dem „Rooster Blues“ und herrliche Parodien wie „The Fickle Chicken“ (The Atmospheres) und „F*** Off…“ (Slim Gaillard Trio) lassen jeden tierischen Ernst bei gleichzeitiger Virtuosität beiseite. „Easter Bunny Hop“ macht amüsante und hochmusikalisch 68 Minuten lang so richtig Spaß – und wird sofort noch einmal aufgelegt. Ein echtes Osterei und eine Empfehlung der Musenblätter.
 
 
 
Zu jedem Song gibt es Anmerkungen zu den Aufnahmedaten, Kommentare und Illustrationen in dem opulenten 20seitigen Booklet, das zudem Tips enthält, auf welchen Bear Family Alben die ausgesuchten Titel veröffentlicht wurden.
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