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Presse - Geater Davis - Sweet Woman's Love - musicreviews

Von Thoralf Koß

Der Titel dieses 1971 erschienenen Albums „Sweet Woman‘s Love“ von GEATER DAVIS offenbart uns im Grunde schon alles: Die Liebe süßer Frauen erobert man doch schließlich nur, wenn man ihnen mit ganz großen Soul-Balladen sein musikalisches Herz vor die zarten Füße legt. Oder man legt dieses Album auf, das in Kennerkreisen nicht umsonst als das musikalische Aushängeschild in Sachen Deep Soul gilt, auch wenn GEATER DAVIS – trotz dieses im besten BARRY WHITE-Style aufgenommenen Albums – niemals der große Durchbruch gelang, geschweige denn die Aufmerksamkeit, die er mit solcher Musik verdient hätte.
Da das Bear-Family-Label dies aber völlig anders sieht, erscheint 45 Jahre später dieses Album als 180g-Vinyl im Original-LP-Cover sehr sorgfältig remastert, damit wir endlich wieder hören dürfen, welcher verkannte Soul-Meister uns bisher gänzlich unbekannt blieb, der leider viel zu früh im Alter von gerade einmal 38 Jahren infolge eines Herzinfarkts verstarb.

Entdeckt wurde der 1946 in Kountze, Texas, geborene Musiker von Musikproduzenten Allen Orange, als der ihn bei einem Auftritt mit Reuben Bell live auf der Bühne erlebte und sich spontan entschloss, beide Musiker in Birmingham ins Studio zu schicken. Heraus kam neben der Single „Sweet Woman‘s Love“, die in den Billboard-Charts immerhin bis auf den 45. Platz kletterte, noch diese gleichnamige LP, auf der besagter Allen Orange auch ein paar Worte zur Wirkung von GEATER DAVIS schreibt, ihn dabei mit dem legendären Soul-Sänger BOBBY ‚BLUE‘ BLAND vergleicht und mit dem Satz endet: „Über die Aufnahmen auf dem Album will ich gar keine Worte verlieren, denn die Musik spricht für sich selbst – also wirf deinen Plattenspieler an und spüre den Groove von Geater, Okay?“

Diese Worte haben auch heute noch ihre Gültigkeit – Deep Soul und Groove verbunden in leidenschaftlichen Liebesliedern, vorgetragen mit einer charismatisch „schwarzen“ Stimme, die sofort hängen bleibt, auch mal an CURTIS MAYFIELD erinnert, und sicher so einige süße Mädchen hat schwach werden lassen, erwartet uns. Noch dazu spürt man dem Remaster auf diesem 180g-Vinyl an, dass es die frühen Siebziger unverfälscht und fragil wirkend mit dem einen oder anderen Rauscher wiedergibt, dabei aber eine wiederum sehr eindrucksvolle Kanaltrennung hinbekommt, die dem Stereo-Sound seinen besonderen Reiz verleiht, der gerade bei den beiden 7 bzw. 8 Minuten langen Stücken „For Your Precious Love“ und „Cry, Cry, Cry“ sehr intensiv zum Tragen kommt.

FAZIT: Wenn der gänzlich unbekannte GEATER DAVIS in den frühen Siebziger seine Deep-Soul-Songs anstimmte, dann beschrieb man seine Stimme als eine „Mischung aus Sanftmut und Schmirgelpapier“ und man muss sich fragen, warum einem BARRY WHITE oder ISAAC HAYES oder CURTIS MAYFIELD mit ihren Balladen der Durchbruch gelang, der GEATER DAVIS verwehrt blieb. „Sweet Woman‘s Love“, ein endlich nach 45 Jahren wieder neu auf Vinyl veröffentlichtes und sorgfältig remastertes Album, jedenfalls spricht eine ganz eindeutige Sprache – die eines verkannten Soul-Genies.

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http://musikreviews.de/reviews/2017/Geater-Davis/Sweet-Womans-Love-1971/

 

 
 

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