Presse- George Jones - Birth Of A Legend - The Truly Complete Starday And Mercury Recordings 1954-1961- ROLLING STONE 3/17

BEAR FAMILY PRESSE Magazin: ROLLING STONE 3/17
BCD 16100 GEORGE JONES "Birth of a Legend"
Das treue Herz
Die Genrebilder der Country Music in den goldenen 50er-Jahren: George Jones' frühe Aufnahmen in einer Box

SÄNGER DER George Jones Birth Of A Legend - Truly Complete Starday - And Mercury Recordings 1954-L961 ****1/2

George Janes

Er war jedermanns Lieblingssänger - von denen 21' abgesehen, die nie etwas von ihm gehört haben. Es half, wenn man in den USA und in den 50er- und 60er-Jahren lebte. Es half, wenn man gern Country Music hörte. George Jones sang die meisten Wörter über Mann und Frau, er fand immer neue Wendungen für die immer gleichen Gefühle und Gemütslagen. Er sang sie sogar gemeinsam mit Frauen, von denen Tammy Wynette die berühmteste und berüchtigtste war.

Seine Songs handeln von der Willkür des Begehrens und des Schicksals, und auf sehr amerikanische Art wird das Pragmatische immer mitgedacht. Das Pragmatische könnte man für Humor halten. Ist es aber gar nicht. „Imagine we're married and we're not even friends", heißt es in, ge-nau: ,,Not Even Friends". Man muss sich das vorstellen. George Jones hat es auch gemacht. Als junger Mann mit Bürstenhaarschnitt sah George Jones aus, wie ein ordentlicher junger Mann in den Eisenhower-Jahren auszusehen hatte, wie sie in Filmen mit Spencer Tracy und James Stewart zu se-hen sind. Die Militärkappe war immer mitzudenken.

Mit Segelohren und im weißen Anzug gab er den Troubadour in der Nachfolge von Hank Williams. Das Formelhafte dieser Country-Songs, der Schön-klang, der Zwiegesang, das Schmachtende und Kecke, die Schnulze und der Aufgalopp vollziehen sich in einem Katalog der Verbindlich-keit: Man spielt ein Lied von zwei bis drei Minuten Länge, man erzählt eine Geschichte, es gibt Strophen und Refrains. Später brach Jones aus seinem Leben aus, aber er brach nicht aus seiner Musik aus. Sie war das, was ihn zusammenhielt.

Die frühen Aufnahmen, die hier auf sechs CDs versammelt sind, von denen jeweils derselbe George Jones auf demselben Cover treuherzig mit Silberblick schaut, sind makellos manufakturiert, sie sind manier-lich. Der Rock'n'Roll war vollkommen an ihnen vorbeigegangen. 1962 sang Jones dennoch „Heartbreak Hotel". Kleines Gitarren-, kleines Pianosolo, der Schwof für den Tanz, die Ballade für die romantische Stunde, die Uhr schlägt, alles perlt und maunzt, fiedelt und hoppelt. Niemand konnte es besser machen, und niemand machte es besser. Nur Jones später, als in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre alles an-ders wurde. Er bewahrte das Intime als Genrebild im Rahmen einer tradierten Kunst, der Kultur der Good Old Boys.

Und im Beharren war er ein Revolutionär. (Bear Fanzily) ARNE WILLANDER

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