Presse - The Platters - Rock - musikreviews.de

Sie galten und gelten noch immer als die berühmteste Vocal-Group der Rock‘n‘Roll-, Doo-Wop- und späteren Beat-Geschichte, die leider kaum noch in unserer plattgebügelten Einheits-Rhythmus-Radiowelt stattfindet und deren einzige Dampframme das Bügeleisen des gleichmäßig über ein paar Socken gleitendes Etwas der Hörer(innen) ist. Darum war es wohl mal wieder höchste Zeit für Bear Family Records, diese Sangeswunder der 50er Jahre für uns wiederzuentdecken und zu neuem Klangleben zu erwecken: THE PLATTERS! 

Mit „Rock“ gibt es nun als eine Art Fortsetzung von Arthur ‚Big Boy‘ Crudup einen wunderschönen akustischen wie optischen Rückblick auf die PLATTERS-Geschichte in einem sechsseitigen Digipak samt dickem 34seitigen Booklet mit der kompletten Band-Geschichte und ausführlichen Informationen zu jedem einzelnen der insgesamt 30 (!!!) Songs der größtenteils Mitte der 50er-Jahre entstandenen Hits, die sich in ausgezeichnet gemastertem Sound auf der picke-packe-vollen CD befinden.

Wer nun aber die allergrößten Platters-Hits, wie „The Great Pretender“ und „Only You“ erwartet, der hat sich gehörig geschnitten, denn nicht umsonst heißt diese Zusammenstellung „Rock“!
Was viele verblüffen wird, ist die Tatsache, dass THE PLATTERS nicht nur solche megaerfolgreichen Schmachtfetzen hervorbrachten, sondern eben auch richtig flotte Uptempo-Nummern, die rockten – und die sich hier gleich in dreißigfacher Form präsentieren. Songs, die es auf keine Kuschel-Rock-LP schaffen würden, dafür aber auf jeden Rock‘n‘Roll-Sampler. THE PLATTERS waren eben nicht nur, wie anfangs geplant, die sanften, ordentlichen Balladen-Lieferanten als Gegenstück zu den rotzigen Rockern wie JERRY LEE LEWIS, CHUCK BERRY, LITTLE RICHARD oder BILL HALEY, sondern konnten auch ordentlich loslegen und in deren Fußstapfen treten, wie beispielsweise bei „Bark, Battle And Bell“, womit „Rock“ eröffnet wird. Natürlich brauchen wir auch auf das relativ flotte „Sixteen Tons“, einer der stärksten Platters-Hits schlechthin, nicht verzichten, genauso wenig wie auf die Interpretation der großartigen COLE PORTER-Nummer „In The Still Of The Night“, während man auf alle Slow-Songs verzichten muss. Allerdings suchte der Kritiker nach einer weiteren Cover-Version und zugleich einem der rockigsten Songs von THE PLATTERS vergeblich: „Roll With Me Henry“, im Original von ETTA JAMES‘ Hit „The Wallflower“ inspiriert. Schade, dass diese echte Losgeh-Nummer, in deren Live-Video Sängerin ZOLA TAYLOR ihrem Partner DAVID LYNCH ein paar ordentliche Backpfeifen versetzt, nicht auf „Rock“ enthalten ist.

Auf jeden FAZIT-Fall ist dieses Album wirklich eine klasse und zugleich ungewöhnliche Idee, die rockt, gerade weil man THE PLATTERS immer wieder mit ihren Balladen in Verbindung bringt und dabei ihre rockige Seite viel zu sehr vernachlässigt, die mindestens genauso spannend wie ihre Balladen ist, was man auf „Rock“ nun eindrucksvoll um die neugierigen Ohren gefeuert bekommt. Oder wie es Bear Family so schön in Bezug auf diesen mit dickem, über 30seitigem Booklet versehenen Sampler, voller großartig gemasterter Aufnahmen feststellen: „THE PLATTERS beweisen mit 30 Uptempo-Tanzhallen-Füllern, dass sie nie ihre Wurzeln im Rhythm And Blues vergessen haben! Bark, Battle And Ball!“

PS: Und wo das Album von Freunden guten, „bärigen“ 50er-Jahre-Rocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, genau hier mit einem Klick und nicht bei... [Album bei Amazon kaufen]

Thoralf Koß (Info)

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Tags: The Platters
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