Presse - Various - Cree Records Doing Our Thing - More Soul From Jamdown - Riddim

ARIOUS ARTISTS
DOING YOUR THING - MORE SOUL ,ROM JAMDOWN 1970 - 1982 iCrees Records/Bear Family)
„Lasst euch nichts erzählen. Das Meiste von dem, was nach den 1970ern an neuer Musikkultur entstand, hat man von Jamaika übernommen." Gut, dass es mal so deutlich ausgesprochen wird. Zusätzliches Gewicht gewinnt diese Aussage aus dem Booklet der „Doing Your Thing"-Compilation dadurch, dass die Produkte von Bear Family nicht auf den Nischenmarkt des Reggae ausgerichtet sind, sondern auf ein breit gestreutes Feld von Musikinteressenten. Gerade in Deutschland, wo Reggae selten ernstgenommen wird, aber immer gut ist für einen schlechten Witz (Stichwort „Jamai-ka-Koalition"), ist es eine Wohltat zu lesen, wie einflussreich die Musik unserer Lieblingsinsel ist. Die Art der Nachahmung und Bearbeitung musikalischer Quel-len, die heute in nahezu allen Musikformen praktiziert wird, sei es als „Rap", „Dub", „Dance-Beats" oder „Remix", hat ihren Ursprung im Einfallsreichtum jamaikanischer Studios und Dance-halls. Dabei begann auch Jamaika als kreativer Freibeuter, indem amerikanischer R'n'B und tanzbarer Jazz zuerst importiert, dann kopiert und schließlich mit einem eigenen Beat gecovert wurde. Steve Barrow und Noel Hawks breiten diese Geschichte in einem 20-seitigen Booklet aus und haben als Belege 17 Coverversionen aus den Jahren 1970-'82 zusammengestellt. Verpackt als DoLP oder DoCD und illustriert mit fantastischen Fotos des 2016 ver-storbenen Fotografen Dave Hendley ist so eine hervorragende Compilation entstanden, die mit großartigem Sound und lesens-werten Informationen besticht. Kein Aufmarsch der Raritäten, son-dern eine Kollektion des guten Geschmacks. B.B. Seatons „Thin Line Between Love And Hate" von den Persuaders trifft auf Alton Ellis' glorreiche Interpretation des Cor-nelius Brothers Hits „Too Late To Turn Back Now", direkt gefolgt von Augustus Pablos bekannter Melodica-Version mit dem festge-fahrenen Delay-Feedback. Die beiden Kuratoren haben nicht nur an dieser Stelle Jamaikas damalige Leidenschaft für Instrumental-versionen berücksichtigt, sondern auch bei Glen Adams' „Do Your Thing" aus dem „Shaft" Soundtrack. Dave Barkers Fassung von Garnet Mimms' „A Quiet Place", die bei ihm „Johnny Dollar" heißt, haben sie mit seinem eigenen Deejay-Cut kombiniert. Dazu gibt es Coverversionen von Sam Cooke, Aretha Franklin, Lou Rawls, Ben E. King, George Benson und den Temptations. Jeder einzelne Tune ist hochwertig, und bei Cedric ,Im' Brooks wird es sogar funky. Der sonst eher kontempla-tiv intonierende Saxofonist überrascht mit einer Version des Hamil-ton Bohannon-Stompers „South African Man", produziert von Clive Chin bei Randy's und kommentiert von Winston Williams, dem als Jive Talker bekanntesten Radiomoderator jener Jahre. Clive Chin war es auch, der mit dem in Deutschland entstandenen Disco-Hit „Fly Robin Fly" den Zeitgeist aufgriff und daraus „Run Babylon Run" machte. Vielleicht der einzige Fehltritt in einer Com-pilation voller gekonnter Soul-, Funk- und R'n'B-Adaptionen.

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