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Presse - Woody Guthrie - The Tribute Concerts - Oldie-Markt Dezember 2017

Die Tribute-Konzerte für Woody Guthrie
Oldie-Markt Dezember 2017
Zwei Konzerte wurden zum Gedenken an Woody Guthrie 1968 und 1970 veranstaltet. Beide gibt es jetzt in einer Box.
Für viele Menschen sind die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts weiter entfernt als das Mittelalter. Doch tatsächlich wurde vieles, was wir heute benützen und wie wir denken, damals vorgedacht und in die Wege geleitet. So kann man die Weltwirtschaftskrise Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus mit der im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts ver-gleichen und die Sandstürme im Mittelwes-ten der USA durchaus mit den Vorgängen, die die Sahel-Zone in Afrika zu einem unbe-wohnbaren Gebiet machen. Damals verwei-gerten sich die USA einem Rechtsruck in der Gesellschaft und wählten lieber einen linken Präsidenten wie Franklin Delano Roosevelt, der binnen einiger Jahre mit bis dahin uner-hörten Methoden die Wirtschaft und Gesell-schaft der Vereinigten Staaten von Amerika revolutionierte. Im Gegensatz zu heute war der Sozialismus die Ideologie, die viele der armen Amerikaner beeindruckte und Roose-velt die Chance gab, seine für ein kapitalisti-sches Land sensationellen Maßnahmen um-zusetzen. Dabei half ihm der Liedermacher Woody Guthrie, der zeitweise sogar bei ei-ner Organisation angestellt war, die einen Damm zur Bewässerung und Urbarma-chung landwirtschaftlichen Gebiets bauen sollte, was die Großgrundbesitzer gerade verhindern wollten. Man darf sich also fra-gen: Wer war dieser Musiker, der mit einer Gitarre durchs Land zog, auf der stand: Die-se Maschine tötet Faschisten? Man kommt ihm sicher näher, wenn man seine verschie-denen Charakterzüge aufzählt, wie sie in dem einen Booklet der 3 CD-Box Woody Guthrie The Tribute Concerts (Bear Family BCD 17329) von seinen Zeitgenossen geschildert werden.

Er war zum einen ein Mensch, der immer unterwegs sein wollte. Er sprang, wie tausende andere Menschen auch, gerne auf die Güterzüge auf, die durchs Land rollten und wurde Zeuge der Kämpfe zwischen den sogenannten Hobos und den Angestellten der Bahnlinien. Zum anderen war er ein natürlicher Songschreiber, der Lieder verfasste wie andere Einkaufslis-ten. Und zum dritten war ein überzeugter So-zialist, wofür er in den 50er Jahren zahlen musste, als er trotz Hits mit den Weavers von Senator Joseph McCarty wegen unamerikani-scher Umtriebe gebrandmarkt wurde. In den 50er Jahren wurde er nach einigen falschen Diagnosen als Opfer der Huntington Chorea-Krankheit erkannt und das führte dazu, dass er 'ahrelan in einem Krankenhaus 1. und


Booklet 1 dort von seiner Familie und Freunden be-sucht wurde. Er starb dort am 3. Oktober 1967. Seine Familie wollte anderen Men-schen helfen und baute deswegen eine Ge-sellschaft auf, die mehr über diese Krankheit in Erfahrung bringen sollte. Um diese zu fi-nanzieren, hatte man die Idee, prominente Folkmusiker zu einem Konzert zu Ehren des Mannes einzuladen, das dann am 2. Januar 1968 in der Canrgie Hall zu New York statt-fand und bei dem sich die Creme de la Creme der Folkmusik einfand, beispielsweise sein Freund Pete Seeger, Judy Collins, Arlo Guthrie, Rambling Jack Elliott, Richie Ha-vens, Odetta, Tom Paxton und Bob Dylan, der hier seinen ersten öffentlichen Auftritt seit seinem Motorrad-Unfall absolvierte. Der Erfolg war unglaublich: Nur eine Stunde, nachdem die Kartenschalter geöffnet worden waren, waren beide Konzerte ausverkauft.


Eingebettet in einen Text des Guthrie-Freun-des Millard Lampell, der von den ebenfalls mit Guthrie befreundeten Schauspielern Will Geer und Robert Ryan rezitiert wurde, be-kam man eine Fülle seiner besten Lieder. Dank der Tatsache, dass diese Show im Fern-sehen übertragen wurde, lohnte sich das Gan-ze auch ökonomisch, zudem Columbia das Konzert auf einer LP veröffentlichte. Zwei Jahre später fand dasselbe an der Westküste statt.

 

Am 12. Dezember 1970 in erneut ein Booklet 2 Konzert im Erinnerung an Woody Guthrie über die Bühne des Holylwood Bowl, allerd-ings mit Änderungen: Für Bob Dylan war Joan Baez dabei, Earl Robinson ersetzte Judy Collins und Country Joe McDonald Tom Paxton. An die Seite von Will Geer trat Peter Fonda, der kurz zuvor mit Easy Rider seinen ersten großen Triumph gefeiert hatte. Erneut war das Konzert komplett ausverkauft und 18.000 Menschen erlebten die Musik des Mannes, der so für die Folkmusik stand wie wenige andere. Bei Bear Family gibt es zu-nächst zwei fantastische Bücher, von denen das Erste alles beinhaltet, was es zu dem Mann, zu den Konzerten und zu den Teilneh-mern zu sagen gibt, inklusive einer Fülle von Fotografien. Der zweite Band enthält die Texte und die Melodien aller Lieder, die ge-sungen wurden mit Aussagen von Guthrie zu jedem Titel. Das alleine wäre schon beachtlich, doch dazu kommen noch die drei CDs, die die beiden Konzerte minutiös aufzeichnen und ein Who Is Who der damaligen Folkszene bringen. Das ist eine historische Box, wie man sie selten findet.

 
 

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