Dr. John, auch bekannt als „The Nighttripper“, ist ein musikalischer Hohepriester des Voodoo-Rock. Geboren als Malcolm „Mac“ John Rebennack Jr. am 20. November 1941 in New Orleans (USA), ist er sechsfacher Grammy-Gewinner und Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame.
Das reicht als Einführung; der Rest ist Musikgeschichte. Es begann 1968 mit der Veröffentlichung seines ersten Albums „Gris-Gris“ (Atco Records), einer bisweilen recht unheimlich klingenden Mischung aus Voodoo-Beschwörungen, Rhythm and Blues und kreolischer Soulmusik. Mit seinen farbenfrohen und malerischen Bühnenauftritten stilisierte er sich selbst als Dr. John (Creaux) the Night Tripper und wurde zu einer Ikone des Psychedelic Rock.
Gleichzeitig war Dr. Johns wahre Liebe der Blues, beeinflusst von seiner Heimatstadt New Orleans. Er arbeitete mit zahlreichen Bluesmusikern wie Charles Brown und dem Roots-Rocker Willy DeVille zusammen, ebenso wie mit Jazzmusikern wie Maria Muldaur und Bennie Wallace sowie Rockmusikern wie Mick Jagger und Eric Clapton. Er trat in Martin Scorseses Film „The Last Waltz“ auf, einer Verfilmung des Abschiedskonzerts von Bob Dylan und The Band, sowie im Film „Blues Brothers 2000“. Am 9. Juli 1999 trat Dr. John im Rahmen eines Rockpalast-Festivals auf der Loreley auf. Begleitet wurde er von drei herausragenden Studiomusikern: David Barard (Bass), Bobby Broom und Herman Ernest (Schlagzeug).
Die Setlist umfasste Dr. John-Klassiker wie „Iko, Iko“, „Right Place, Wrong Time“ und „I Walk On Guilded Splinters“, das 1969 in der Version von Marsha Hunt zum weltweiten Hit wurde und später von Künstlern wie Cher, Humble Pie und den Neville Brothers gecovert wurde. Diese Rockpalast-Aufnahme ist ein bewegendes Vermächtnis des außergewöhnlichen Musikers und Menschen Dr. John, der im Sommer 2019 in seiner geliebten Heimatstadt New Orleans verstorben ist.

















