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Agitation Free Momentum (CD)

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(Made In Germany) 7 Tracks, Digisleeve Agitation Free zählte in den frühen 70er Jahren zu den... mehr

Agitation Free: Momentum (CD)

(Made In Germany) 7 Tracks, Digisleeve
Agitation Free zählte in den frühen 70er Jahren zu den führenden Vertretern der deutschen experimentellen Rockmusik. Die Berliner Band entwickelte ab Ende 1967 lange, für diese Zeit ungewöhnlich freie instrumentale Improvisationen. 
Kult-Status erlangte sie bereits 1972 mit einer eigenständigen Mischung aus improvisiertem Rock gepaart mit Elektro-, Ethno-, Jazz- und Trance-Elementen.

Umfangreiche Live-Aktivitäten verschafften der Band in ganz Europa einen stetig ansteigenden Bekanntheitsgrad. So trat die Gruppe im Sommer 1972 im kulturellen Programm der Olympischen Spiele in München auf, tourte Anfang 1973 zwei Monate durch Frankreich, trat im Mai beim »German Rock Super Concert« in Frankfurt auf, produzierte das zweite Album »2nd« und ging anschließend auf Tournee durch Frankreich und deutsche Großstädte.

1974 machten sich bei der Band Ermüdungserscheinungen breit, die Ende des Jahres nach einem Abschiedskonzert zur vorläufigen Auflösung führten. Obwohl eine Reihe von Alben (mit Aufnahmen von 1972 bis 1974) nach der Auflösung der Gruppe erschienen und das Studio-Album »River Of Return« 1999 herauskam, dauerte es fast 35 Jahre, bis sich die ursprüngliche Band wieder für Konzerte zusammenfand. Im Februar 2007 gab Agitation Free in der Originalbesetzung von 1974 eine Serie von Konzerten in Tokio's ›Shibuya O‹West«.

Im Rückblick zeigte sich, dass der Experimentier-Zirkel Agitation Free eine der wichtigen Bands der »Berliner Schule« und darüber hinaus Karriere-Sprungbrett für einige Deutsche Musiker war. So verhalf Christopher Franke der Band Tangerine Dream zu weltweiter Anerkennung. Michael Hoenig arbeitete mit Klaus Schulze und Tangerine Dream, ehe er nach einem Soloalbum in Hollywood als Filmkomponist bekannt wurde (unter anderem die Filmmusik für den Blockbuster »9 1 / 2 Wochen« mit Kim Basinger und Mickey Rourke). Axel Genrich wechselte zu Guru Guru, Burghard Rausch wurde Gründungs-Mitglied bei Bel Ami. Gustl Lütjens, tourte mit Shirley Bassey und Nena und fand später mit seiner New-Age-Band Living Mirrors vor allem in den USA ein großes Publikum. Lutz »Lüül« Ulbrich schloss sich Ashra an, arbeitete mit Ex-Velvet Underground-Sängerin Nico, produzierte neben Theatermusik Soloplatten und feiert seit Ende der 90er Jahre mit den 17 Hippies Erfolge. In der Besetzung Michael Hoenig (keyb, syn, el. perc), Burghard Rausch (dr, el. per), Lutz Graf-Ulbrich ((git, acc. git, bj), Gustl Lütjens (git acc. git, vocals) und Daniel Cordes (b, syn) wurde das vorliegende Studioalbum »Momentum« eingespielt.

Artikeleigenschaften von Agitation Free: Momentum (CD)

Agitation Free - Momentum (CD) CD 1
01 Nouveau Son Agitation Free
02 Levant Agitation Free
03 Nightwatch Agitation Free
04 Lilac Agitation Free
05 Momentum Agitation Free
06 Shibuya (Studio) Agitation Free
07 Indajungl Agitation Free
Agitation Free Agitation Free zählte in der ersten Hälfte der 70er zu den führenden Vertretern... mehr
"Agitation Free"

Agitation Free

Agitation Free zählte in der ersten Hälfte der 70er zu den führenden Vertretern der deutschen experimen- tellen Rockmusik. Ab 1972 erlangte sie mit einer "eigenständigen Mischung aus improvisiertem Rock, gepaart mit Elektro-, Ethno-, Jazz- und Trance-Elementen" (FANPAGE) eine wachsende Anhängerschaft. Später experi- mentierten sie bei Konzerten mit Flüssigkeitsprojektoren, Dias und selbstgedrehten Experimentalfilmen, wie es schon einschlägige Gruppen im kalifornischen und englischen Underground präsentiert hatten. "Erst später sollte sich zeigen, daß der Experimentier-Zirkel Agitation Free Inspiration und Katalysator für zahl- reiche Musiker und Gruppen war" (ROCK IN DEUTSCHLAND) und sozusagen ein "Schmelztiegel der frühen Berliner Rockszene bildete" (KRAUTROCK MUSIKZIRKUS).

Die Ursprünge der Band-Geschichte lagen im Jahr 1965. Zu Beginn des Jahres hatten Lutz 'Lüül' Ulbrich mit Christoph Franke, beeinflußt durch die Beatles, eine Gruppe namens The Tigers gegründet, die sich wenig später in The Sentries umbenannte. Gitarrist Ludwig Kramer hatte etwa zur gleichen Zeit mit Mi- chael Günther und weiteren Musikern eine Rockband ins Leben gerufen, die hauptsächlich Rhythm & Blues-Titel nachspielte. Im Herbst 1967 schlossen sich beide Gruppen zusammen. Diese neue (noch) na- menlose Gruppe bestand aus Ulbrich, Franke, Kramer und Günther und zeitweise Michael 'Micki' Duwe (voc). Letzterer gehörte zum Ensemble der Berliner Aufführung des Musicals 'Hair'. Ebenfalls von Sentries wurde noch der Roadie und Bandorganisator Roland Paulick engagiert und Folke Hanfeld, ein Bruder des alten Sentries-Bassisten, der sich mit mit Lightshows, Filmemachen und Mixed-Media beschäftigte. Auf dessen Initiative war auch der Name Agitation entstanden – er hatte ein Wörterbuch aufgeschlagen und den Finger irgendwo hineingehalten. Agitation spielte damals noch vornehmlich Cover-Songs, haupt- sächlich aus dem Rhythm & Blues-Bereich. Eines Tages improvisierte Kramer während einer Bandprobe auf der Gitarre ein Stück aus der Georges Bizet-Oper 'Carmen'. "Dies war wohl die Geburtstunde unserer freien Improvisationen, unabhängig von irgendeinem Songschema" (GÜNTHER).

Michael Duwe blieb nicht lange bei Agitation Free. 1973 wirkte er als Sänger für das Ash Ra Tempel- Album 'Seven Up' mit, das gemeinsam mit dem US-Drogenpapst Timothy Leary († 1996) in Bern entstan- den war. Später veröffentlichte er unter dem Namen Mickie D's Unicorn ein selbstbetiteltes Debüt auf Klaus Schulzes IC Label. Unter den Fittichen des Architekturstudenten Volker Cornelius avancierten Agitation neben Kluster, Curly Curve und Tangerine Dream zu einer der Hausbands des ersten Westberliner Underground-Ladens "Zodiac" in der Schaubühne am Halleschen Ufer 32 in Berlin Kreuzberg. Knapp ein Jahr nach der Eröffnung wurde das"Zodiac"wegendersichdort breitmachendenDrogenszenenacheinigenRazziengeschlossen.Agita- tion wechselte zum Beautiful Balloon am Lehniner Platz, dem ehemaligen Domizil des "Kabaret der Ko- miker" in den 20ern. Dort spielte die Band meistens bis in die frühen Morgenstunden.

In der Berliner Underground-Diskothek Sun, in der auch Burghard Rausch als DJ arbeitete, lernten Kramer und Günther den flötenspielenden und ziemlich ausgeflippten Manfred Peter Brück kennen, der sich John L. nannte. Der hatte von der Westberliner "Springerpresse" den Namen "Der Hippiekönig von Berlin" ver- paßt bekommen. Er wurde zu den Band-Proben eingeladen und betätigte sich dort fortan als Sänger – spielte meistens jedoch Maultrommel und gab bekifft Laute von sich. Bei einem Auftritt im Berliner Qua- simodo 1969 wurde dann der Bandname geändert. In Nord-Berlin sollte damals eine weitere Gruppe mit dem Namen Agitation existieren. An der Tür des Quasimodo stand mit Kreide der Bandname Agitation, darunter das Wort "FREE" (für freien Eintritt). Das war die Inspiration zum neuen Namen Agitation Free. John L. hatte allerdings mit seiner Drogenabhängigkeit zu kämpfen und flog im Herbst 1969 aus der Band. Irgendwann später tauchte er bei Ash Ra Tempel wieder auf. Er starb im September 2007

 

Burghard Rausch im Juni 2020

© Bear Family Records®
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Tracklist
Agitation Free - Momentum (CD) CD 1
01 Nouveau Son
02 Levant
03 Nightwatch
04 Lilac
05 Momentum
06 Shibuya (Studio)
07 Indajungl