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Little Junior Parker / Rocks – CD-Review
...auf CD, Blues, Zeitreise 7. April 2019 Von Joachim 'Joe' Brookes
Künstler: Little Junior | Parker Label: Bear Family Records Musikstil: Blues, Rock'n'Roll

»[…] Little Junior Parker war ein Star in der Welt des Chitlin' Circuit, jedoch weitgehend unbekannt in der weißen Blues/Rock-Szene. […]«
Man kennt die detaillierten Informationen zur "Rocks"-Reihe, die sich auch in einem vierzigseitigem Booklet mit vielen historischen Bildern, widerspiegeln. Außerdem gibt es eine ausführliche Dokumentation zu den einunddreißig Songs auf der vorliegenden Platte.
Die chronologisch gelisteten Songs enthalten viele Kompositionen des Sängers Harp-Spielers Little Junior Parker.
Unter anderem auch "Mystery Train", ein Lied aus dem Jahr 1953, für den Protagonist »[…] nur ein bescheidener Hit […]«. Elvis Presley »[…] machte diese Herman-Parker-Komposition unsterblich.[…]«
Die in der Tracklist enthaltenen Songs hat der Musiker gemeinsam mit den Bands Little Junior’s Blue Flames, Little Junior With Bill Johnson’s Blue Flames, Little Junior & The Blue Flames Orchestra, Little Junior Parker & Bill Harvey’s Band, oder als Herman 'Little Junior' Parker eingespielt.
Ein dickes Lob geht an Nico Feuerbach, der die Informationen zu jedem Lied dokumentiert hat.
Die detaillierte Biografie, nachzulesen im opulenten Booklet, wurde von Bill Dahl verfasst.
Im Zusammenhang mit Little Junior Parker tauchen auch Namen wie Howlin' Wolf, B.B. King, Sonny Boy Williamson, den man wohl als seinen Mentor (größten Einfluss) bezeichnen kann, oder Bobby 'Blue' Bland auf.
Los geht die zeitlich sehr gut gefüllte Scheibe mit "Feelin' Good", einer Herman Parker-Eigenkomposition, die von Sam Phillips (Sun Recording Studios) produziert wurde.
In knapp drei Minuten zeigt uns der Blueser, dass nicht nur ein John Lee Hooker den Boogie beherrschte. Gitarrist Floyd Murphy ist hier die treibende Kraft, gemeinsam mit einem Frontmann, der durch seine Stimme imponiert. Klasse!
Wenn man so will, zeigt "Love Me Baby" die andere Seite der Little Junior Parker-Medaille.
Viele Songs wurden mit mehr oder weniger vielen Bläsern aufgenommen. So auch das sehnsüchtige "Love Me Baby", das auch durch ein fein gestaltetes Ende aufhorchen lässt.
Bei der kompositorischen Qualität von "Mystery Train" und der Rock’n’Roll-Verknüpfung ist erklärlich, dass sich unter anderem Elvis Presley dieser Nummer angenommen hat.
Little Junior Parker mochte nicht nur den Blues in seiner traditionellen Form, die natürlich ebenfalls auf diesem Album präsentiert wird, sondern man darf ihn auch als Vertreter des Rock’n’Roll beziehungsweise Rockabilly ansehen.
Dem groovenden Zwölftaker begegnen wird zum Beispiel im "Mother-In-Law-Blues". Hier ist die zentrale Person auch auf der Harmonica unterwegs und der entlockt er tolle Töne.
Wenn es um die bereits angesprochenen Bläser geht, dann gibt es auf "Rocks" eine Fülle von Gelegenheiten, sich von diesem Sound begeistern zu lassen. So zum Beispiel in "Peaches", wo der Hörer gleich mit einer fast schon orchestral angelegten Blech- und Holzinstrument-Fraktion konfrontiert wird. James 'Red' Halloway bringt seine Tenor-'Kanne' für ein tolles Solo in Position und auch das folgende "Pretty Little Doll", Anfang 1957 aufgenommen, zeugt, etwas verhaltener im Tempo, von vergleichbar hoher Qualität.
Wie in der heutigen Zeit, bediente man sich auch damals bei anderen Musikern/Schreibern.
So hatte Little Junior Parker mit der Roosevelt Sykes-Komposition "Driving Wheel" Anfang der Sechzigerjahre einen R&B-Hit. Gebläse, Gitarre und Piano bestimmen die Szenerie. Natürlich thront über allem die klasse Stimme des in der Geschichte des Blues so namenhaften Ort Clarksdale geborenen Herman Parker.
Tief greifen auch bei Little Junior Parker die musikalischen Wurzeln des Blues der Windy City. So wird "Sweet Home Chicago" durch Harp und entsprechender Rhythmik zu einem Hinhörer.
"I Wanna Ramble", ebenfalls ein Titel, der andere Musiker zum Covern anregte, ist eine ganz geschickte Kombination aus Boogie sowie Rock’n’Roll.
Bear Family Records hat wieder einmal einen bemerkenswerten Griff in die Blues-History gemacht, denn Little Junior Parker hat es mehr als verdient, im "Rocks"-Format gewürdigt zu werden. In diesem Sinn …

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