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GISHA BROTHERS The Gisha Brothers

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1-CD Digipak (4-fach) mit 31-seitigem Booklet, 34 Titel. Spieldauer ca. 85 mns. Klaus Gisha:... mehr

GISHA BROTHERS: The Gisha Brothers

1-CD Digipak (4-fach) mit 31-seitigem Booklet, 34 Titel. Spieldauer ca. 85 mns.


Klaus Gisha: "Ich habe es niemals erlebt, in den 16 Jahren der Existenz der Gisha Brothers, daß jemand von uns wegen Trunkenheit nicht spielen konnte." 

Im Gegensatz zur Konkurrenz von Fats & His Cats, bei denen Otto Ortwein erst nach dem Konsum einer halben Flasche Weinbrand richtig loslegt, gibt es bei den Gisha Brothers einen Beschluß: Alkohol erst nach dem Auftritt. Vielleicht fällt deshalb bei ihnen alles ein wenig milder, gesetzter und auch gepflegter aus. Das beginnt schon bei der adretten Kleidung - die Hosen frisch gebügelt, die Schalkragenjackets frisch gebürstet und die Schuhe frisch gewienert. Dies mag aber auch etwas mit ihrer Lebensgeschichte zu tun haben, dazu aber später. Überdies hat die Musik einen etwas anderen Ton als bei den anderen Rabauken. Augenscheinlich aber gibt es eine wohl nicht ganz falsche Einsicht: "Wenn wir arbeiten, können wir nur 100%ig spielen, sofern wir nicht betrunken sind." So halten sie es denn – fast immer. Kurt Rast: "Na, der Hans Gisha nahm nachmittags schon mal gerne einen Cognac. Man nannte ihn ja nicht umsonst den 'geele Hans'."  Hans war bei den Gishas der wichtigste Mann, denn er buchte die Jobs, er zahlte die Gage aus, und er bestimmte, wie man sich zu verhalten hatte.

Als Bernhard 'Micky' Mikulski (†) 1962 die Gisha Brothers im Maxim in Frankfurt für den gerade gegründeten deutschen Ableger der amerikanischen CBS entdeckt, haben sie sich vom Jazz längst abgewandt und nach einer Rock 'n' Roll-Phase den neueren musikalischen Twist- und Slopmoden zugewandt. Um sich sein Urteil bestätigen zu lassen, bringt Mikulski den Moderator Hans Verres (†) vom Hessischen Rundfunk mit, und als auch dieser - betört von der Musik der Gisha Brothers - den Daumen in die Höhe reckt, steht einer Plattenkarriere nichts mehr im Wege. 

Im Oktober 1963 rücken die Gisha Brothers ins Studio Pfalzgraf in Walldorf ein, um 12 Titel aufzunehmen, einige davon sind erstaunlicherweise Eigenkompositionen. Im Dezember schon kommt die erste Single auf den Markt: Don't Stop/Train To Nowhere. Sie verkauft sich recht gut, vor allem im Frankfurter Raum, in dem die Gisha Brothers nach zahllosen Auftritten in einschlägigen Clubs und Tanzlokalen eine der bekanntesten Bands sind. "Wir haben oft Tür an Tür mit den Indonesiern gespielt, mit den Tielman Brothers zum Beispiel.". Kurz nach dem Jahreswechsel schiebt die CBS bereits die zweite Single nach: Ringelingeling/The Slop Teacher. Nachdem die Platte in der Schlagerbörse beim Hessischen Rundfunk (moderiert von Hans Verres, so ein Zufall!) Monatssieger wird, schnellen die Verkäufe in die Höhe. Die CBS veröffentlicht die 12 Stücke aus den Pfalzgraf-Sessions nun eiligst als LP.

Die Band schwimmt voll auf der Slop-Welle, und dies spiegelt sich auch im LP-Titel wider. Das Cover des Albums entsteht an einer Neu-Isenburger Kiesgrube. Mit 50 Mark aus der CBS-Kasse wird der Lokführer der Kiesgrubeneisenbahn betört, seine alte Schmalspurlokomotive einmal fein zu putzen, so daß sie den hell-roten Anzügen der Musiker keinen Schaden zufüge. Also posiert man im feinsten Bühnenoutfit auf der wohl nie wieder so blank gewienerten Lok: The Slop Train. Das Album entspricht dem damaligen Programm der Band. Ein Großteil der Aufnahmen sind Instrumentalnummern wie Crossfire, Yep oder Peter Gunn – allesamt ein wenig glatter als vom Original bekannt, doch nicht ohne Appeal und gelegentlich mit eigenwilligem Arrangement. Aber da gibt es auch Tracks wie Blue Guitar und Bacardi, die uns heute seltsam antiquiert vorkommen.

Mit dem erfolgreichen Verkauf der Schallplatten wird das Fernsehen auf die Gishas aufmerksam, und so sind sie im März 1964 zu Gast im ZDF in der Sendung 'Schlager des Monats'. Über die folgenden drei Jahre gibt es die Gisha Brothers immer wieder auf der Mattscheibe, so gleich zweimal in der 'Drehscheibe' (ZDF), in 'Musik aus Studio B' (ARD), in' Prisma des Westens' (WDR), aber auch im Schweizer Fernsehen und im österreichischen ORF. Auf dem Düsseldorfer Flughafen bekommen sie in '30 Minuten Aufenthalt' die Gelegenheit, sich ausführlicher einem Fernsehpublikum zu präsentieren.

Die Gisha-Brothers-Hit-Single Ringelingeling ist eine Eigenkomposition von Hans Gisha, obwohl sein Bruder Klaus, geboren am 21. Juli 1928 in Schlesien, der eigentliche musikalische Kopf der Gruppe ist. Die Eltern sind Martha und Hans Giža, Professor der Musik, tätig als Musiklehrer, Orchester- und Chorleiter. Nach der Annexion Polens durch das nationalsozialistische Deutschland wird der Name in Gisha geändert. Im heimischen Musikerhaushalt bekommen Klaus und sein drei Jahre älterer Bruder Hans Musikerziehung von bester Qualität, und beide werden später ein erfolgreiches Musikstudium beginnen. 1938 erhält der Vater eine Stelle als Musikschuldirektor und Stadtorchesterleiter in Ohlau bei Breslau. Kurz drauf beschließt ein ehemaliger Gefreiter aus Braunau, die Welt mit Blut und Tränen zu überziehen.

In Folge des Zweiten Weltkriegs und der heranrückenden Sowjetarmee müssen die Gishas im Herbst 1944 aus Schlesien fliehen und gehen nach Marienbad. Hier kommt es – dank der unübertroffenen Menschenverachtung des wahnsinnigen Diktators – zum ersten 'Profi-Engagement' des jugendlichen Klaus Gisha. Als 16jähriger soll er zum Volkssturm eingezogen werden, um sich den russischen Panzereinheiten als menschlicher Bremsklotz in den Weg zu stellen. Durch die Vermittlung eines ehemaligen Schülers seines Vaters wird Klaus jedoch ein Platz im SA-Musikzug 'Standarte Feldherrnhalle' eingeräumt, der mit dem Näherrücken der Roten Armee von Berlin nach Prag in eine abseits gelegene Schule verlegt wird. Dort erhält man die Nachricht von Hitlers Selbstmord, und der Musikzugleiter verordnet geschwind, daß die Musiker eine Trauerparade für den 'gefallenen Führer' spielen sollen. Klaus Gisha: "Da hatten wir Todesangst." Um nicht den Russen in die Hände zu fallen, begibt sich das gesamte Musikcorps nach Pilsen. Nahe der Ortschaft Wiesengrund wird er von den Amerikanern gefangen genommen, jedoch nach Schlesien zu den Russen abgeschoben, die ihn wiederum als Zwangsarbeiter an die Tschechen ausliefern, was in 18 Monaten Zwangsarbeit auf einem Bauernhof mündet.

Die Eltern sind mittlerweile zurück in Ohlau, nehmen die polnische Staatsbürgerschaft und den alten Namen wieder an. Zurück in seiner Heimatstadt, weigert sich der junge Klaus Gisha jedoch, Pole zu werden und wird deshalb in die sowjetische Besatzungszone ausgewiesen.  Dort trifft er in Freyburg an der Unstrut seinen Bruder Hans wieder. Mit dem Eintritt der beiden Brüder als Altsaxofonist respektive Posaunist in das Salonorchester Kurt Ruppe beginnt schon bald die kommerzielle Berufsmusikerkarriere der Gisha Brothers. Das Salonorchester spielt im besten Hotel von Bad Kösen, das aber bald von den sozialistischen Machthabern geschlossen wird: "Endlich ist auch das letzte Lokal der oberen Zehntausend dem Volke zugeführt worden", jubeln die sozialistischen Kader, und Klaus und Hans sind wieder einmal arbeitslos. Man findet Arbeit in wechselnden Orchestern, doch anläßlich der Goldenen Hochzeit der Großeltern in Saarbrücken macht sich Klaus aus dem Staub. In Zweibrücken spielt er in verschiedenen Bands für die amerikanischen Besatzungssoldaten.

1953 siedelt Klaus nach Hanau um, wohin er wegen der reichhaltigen Angebote für Berufsmusiker auch seinen Bruder Hans schleust. So bieten sie dem erstaunten deutschen Publikum und den in der Überzahl anwesenden US-Soldaten amerikanisch beeinflußte Tanzmusik in so bekannten Läden wie 'Stadt Wien' in der Sternstraße oder 'Zum Treffpunkt Stolzenfels' in der Dettingstraße sowie in den amerikanischen Armeeclubs wie dem 'Roseland-Club', 'Rainbow Club', 'Skyline Club', 'Topper Club' oder 'Pioneer Club'. Mit dem Engagement in der 'City Bar' in Hanau im Juni 1955 treten Hans (Posaune) und Klaus (Klarinette und Saxophon) in die vorderste Reihe und nennen die gemeinsame Band nun The Gisha Brothers.

Cool Jazz ist schwer angesagt, und bald jazzt man in den bekannten Frankfurter Läden wie 'La Paloma', 'Conco Bar', 'Fischer-Stube', 'Swing Bar' und 'Dolly Bar'. Das ist die Szene, die von Musikern wie Albert Mangelsdorff, Joe Klimm und Hans Koller im Frankfurter 'Jazzkeller' mitgestaltet wird. Mit von der Gisha-Brothers-Partie sind wechselnde Musiker, u.a. Gerd Kloft (†; Klavier), Alfred Bruder (†; Klavier), Roland Fritsche (Klavier), Heinz Schönberger (†; Klarinette), und 'Raffi' Lüderitz (Schlagzeug). Als sich 1957 die Gruppe Klaus Gisha (Klarinette, Saxophon), Hans Gisha (†; Posaune), Friedel Wüst (†; Klavier), Werner Wischert (†; Trompete) und Horst Schulze (†; Schlagzeug) zusammenfindet, sattelt man rasch um auf Dixieland, weil damit Geld verdient werden kann. Doch bald gibt es auch in Deutschland kein Halten mehr: Elvis muß auf die Bühne – und wenn denn schon nicht leibhaftig, dann wenigstens als Imitat. Und das besonders im Rhein-Main-Gebiet, wo allein in Frankfurt 20.000 Amerikaner das Nachtleben bestimmen. Diese GIs wollen natürlich zu ihrer Musik tanzen, und so kommen auch die Gisha Brothers nicht umhin, sich anzupassen. Klaus Gisha: "Für die Texte war Hans verantwortlich. Der hatte ja eine Reihe von amerikanischen Freunden, die nicht nur die neuesten Platten vorbeibrachten, sondern auch die Texte von den Platten abhören mußten. Ich arbeitete die Arrangements aus." Aber zunächst mußte eine Rock 'n' Roll-kompatible Mannschaft an den Start gebracht werden.

Also geht Klaus 'Muckel' Gisha Ende 1959 auf die Suche nach geeigneten Fahrensleuten. Der Pianist Friedel 'Jakob' Wüst will den Klangtapetenwechsel wohl mitmachen, und Bruder Hans 'Pluto' Gisha ergreift den Elektrobaß. Heinz Schmidt (Schlagzeug) soll für den richtigen Rhythmus sorgen. Kurt Rast: "Als sie mich 1960 fragten, ob ich bei ihnen mitspielen würde, waren sie nur zu viert – noch ohne Gitarristen." Erst mit Rast wird die Besetzung komplett, und als Quintett geht der neue Rock-'n'-Roll-Gesang gleich besser von der Hand: "The warden threw a party in the county jail, the prison band was there and they began to wail…"

Kurt Rast: "Ich saß im Allgäu und sah eine Anzeige im 'Artist', auf die habe ich mich gemeldet. So hat der Pianist Hermann Griesfeller mich für seine Band The Blue Diamonds engagiert. Er suchte Musiker für Auftritte in Clubs in Frankreich." Eigentlich ist Rast ja Trompeter, aber weil die Nachfrage nach diesem Instrument durch die neue Unterhaltungsmusik gering ist, hat er sich autodidaktisch zum Gitarristen umgepolt. Und als solcher geht er mit The Blue Diamonds nach Frankreich, wo wohl keiner etwas von einem holländischen Duo mit dem gleichen Namen ahnt. Kurt Rast: "Als Präsident de Gaulle beschloß, die Amis aus Frankreich zu werfen, waren die Engagements in den Clubs dort für uns zu Ende. Griesfeller kam aus Hanau, also zogen wir erstmal dahin weiter. Und in Hanau war der Teufel los – an jeder Ecke eine Kneipe mit Musik. Mir wurde auch gleich gesagt: 'Geh mal rüber in die Jolly-Bar, da spielt eine tolle Band'." The Tielman Brothers.

Heinz 'Bimbo' Reich: "Ich spielte damals bei The Rock-Cats, einer Hanauer Rock-'n'-Roll-Band, bei der auch Wolf-Werner 'Wewo' Peiniger spielte. Wir hatten Engagements immer freitags, samstags, sonntags in Läden wie dem 'Bernardseck'. Als wir in der 'City-Bar' spielten, tauchte Klaus Gisha auf und warb mich zu den Gisha Brothers ab, weil sie einen Schlagzeuger suchten. Ich habe ein wenig überlegt und dann zugesagt. Der Wewo hat mir noch mit auf den Weg gegeben: 'Das wirst Du noch bereuen!'" 

Als Ersatz bei den nun in Hit-Cats umbenannten Rock-Cats kommt ein Hans Bohländer (†). Heinz Reich: "Ich habe Wewo gesagt, er solle froh sein, der Bohländer sei doch besser als ich." Klaus Gisha: "Hans Bohländer konnte zwar nach Noten spielen, aber der bessere Beatschlagzeuger war Heinz Reich."

Die neuen, rockenden Gisha Brothers etablieren sich aufgrund ihres Könnens schnell in der vordersten Linie im Rhein-Main-Gebiet, und so ist es nachvollziehbar, daß Bernhard Mikulski neben Fats & His Cats auch die Gisha Brothers auf seinem Label haben will. Deren Spezialität ist die Instrumentalmusik, aufgrund der geschulten Musiker. Die beiden Gishas, Wüst und auch Rast verstehen vom Blatt zu spielen. Und was ihnen Zeitgenossen an Power, Drive und Soul voraus haben, machen sie mit technischer Perfektion wieder wett. Sie gelten als Rock 'n' Roller für die gemäßigte Klientel, nicht für die Halbstarken; ihre Auftritte, gespickt mit Showeinlagen, in denen sie sich als Komiker versuchen, sind immer von einer Präzision und Eleganz, die manche Konkurrenten vor Neid erblassen lassen. Ihnen kommt kaum ein falscher Ton aus dem Verstärker oder von den Lippen.

Nachdem sie vom Rock 'n' Roll zum Twist und Slop gekommen sind, müssen sich die Gisha Brothers mit dem Aufkommen der Beatlemania noch einmal neu justieren, und sie tun es mit der ihnen eigenen Professionalität. Was das Publikum wünscht, wird angeboten. Sie verweigern zwar die Pilzkopffrisuren, doch das "Yeah! Yeah! Yeah!" heulen auch sie. Ihre Stärke jedoch liegt bei amerikanischen Instrumentalstücken wie sie von The Ventures, The Astronauts, Duane Eddy oder Boots Randolph über den Teich geschwappt kommen. Hier haben sie eine Nische gefunden, in der sie sich wohl fühlen, da sie ihre technischen Fähigkeiten voll zum Einsatz bringen können.

Kurt Rast: "Musiker zu sein damals war ja ein toller Job - vier Stunden Arbeit und den Rest des Tags frei. Gut bezahlt wurdest Du auch." Das ist vielleicht ein wenig euphemistisch gesehen, aber lukrativ war die Chose schon. Auftritte wurden gut entlohnt, und so verdiente der musizierende Sohn eines Landsgerichtspräsidenten mehr als sein Vater. An den Platten selbst ist nicht viel zu verdienen, dazu sind die Verträge zu ausbeuterisch, aber sie bedeuten zusätzliches Renommee, das sich positiv bei den Verhandlungen um Engagements einbringen läßt. Dort steigt dann die Gage. Die Plattenveröffentlichungen der Gisha Brothers generieren außerdem nicht nur lukrative Inlandsengagements, sondern auch den Ruf aus dem (konservativen) Ausland: Österreich und Schweiz.

Kurt Rast: "Es sollte ins Ausland gehen, und ich wollte nicht mit. Ich war frisch verheiratet, und es gab da einen gerade erst geborenen Sohn. Die Familie wollte ich wegen der Musik nicht aufs Spiel setzen. Also sagte ich: 'Nein, ohne mich'." Eine andere Version dieser Geschichte ist, daß er von Hans Gisha, der die geschäftliche Seite der Gisha Brothers vertritt, gefeuert wurde, weil er einen Sonderstatus beanspruchte. 

Kurt Rast schlägt sich zu den Taifuns, gegründet von Hans Ludwig (Gesang und Baß) und Friedel Berg (Saxophon). Peter Bischoff (Schlagzeug) und Rudi 'Ikke' Neumann (Rhythmusgitarre) vervollständigen das Quintett: eine weitere Schalkragenbrand, die den Rhein-Main-Raum mit Saxophon-lastigem Sound überziehen wird, auch wenn Rast heute dem Dixieland-Jazz mehr Substanz zuschreibt: "Die ganzen Bands in den 60ern, das war doch nur Geschrammel. Es hatte doch keinen Wert."

The Gisha Brothers engagieren Ewald 'Waldi' Bayer (†) von der Hanauer Rockband The Bluebells, und damit gabeln sie einen der besten Gitarristen weit und breit auf - einer der Amorada oder Delicado im Wahnsinnstempo blind auf die Bühne legt. Auch Bayer kommt aus einem Musikerhaushalt, und er lernte beim Freund des Vaters zuerst das Klavierspiel. Eines Tages kam der Freund und sagte dem Vater: "Dein Sohn spielt Dir's Geld aus der Tasche." - "Wieso?" - "Ja, der übt nicht!" Folglich befand Vater Bayer, der unter anderem ein Musikgeschäft besaß, daß entweder geübt oder das Klavier verschlossen würde. Sohn Ewald antwortet, daß er das ruhig tun könne, er wolle sowieso kein Klavier lernen, sondern Gitarre. Diese Bemerkung mündet in der Bemerkung "Klavier, sonst nichts" -  und diese wiederum in einem verschlossenen Piano.

Nun begibt sich Sohn Ewald zur lokalen Tankstelle, um als Autowäscher anzuheuern, und als er das nötige Geld zusammen hat, geht er zur Konkurrenz, um eine Gitarre zu erstehen. Der Vater flippt fast aus. Werner Bayer: "Aber mein Bruder hat geübt wie wahnsinnig. Er hat bis morgens um ein Uhr in einer Band gespielt, ist dann nach Hause gekommen, und hat bei uns im Zimmer bis fünf Uhr noch geübt. Ich lag derweil im Bett und schlief. Wir mußten uns ja ein Zimmer teilen."

Als Mitglied der Gisha Brothers hat Bayer nun das Glück, die meisten TV-Auftritte mit der Band zu absolvieren, obwohl er nur ein knappes Dreivierteljahr bei ihnen bleibt, weil er – so die offizielle Version - Vaters Uhrmacher- und Juweliergeschäft übernehmen soll. Man hört jedoch immer wieder, daß er mit Hans Gisha nicht auskommt und sein Abgang darin begründet liegt. Werner Bayer: "Das ist gut möglich, denn mein Bruder war ja auch ein schwieriger Charakter."
 
Als Ersatz für Bayer kommt der junge 'Wewo' Peiniger (†), um die sechs Saiten zu übernehmen. Und nun haben sie auch den schmutzigen Beatdrive drauf. Vom "eins – zwei – drei" an ist ihre zweite LP 'Happy Thunder' ganz anderer, stärkerer Tobak – da knirscht die Saite beim Crazy New Beat, und wir merken, die Jungs haben etwas gelernt. Und so geht's dann mit What'd I Say, Maybelline, Do Wah-Diddy-Diddy, Sick And Tired und einer gnadenlos guten Version von Memphis Tennessee richtig ab in den Beatkeller. Klaus Gisha: "Das war unsere beste Besetzung, mit Wewo kam ja auch Drummer Hans Bohländer von derselben Hanauer Amateurkapelle. Es mußten ja Notisten sein." Heinz Reich fliegt, und so wird Wewos Prophezeiung, daß er seine fehlende Loyalität noch einmal bereuen würde, Realität. Heinz Reich: "Peiniger sagte, daß er nur kommen würde, wenn Bohländer mitkommen dürfe." Weil dringend ein Gitarrist benötigt wird, geht der Schlagzeugsitz an den Konkurrenten. So ist das Leben. Manchmal trifft man sich halt zweimal. Reich trommelt anschließend zehn Jahre für die semiprofessionelle Rockband Frank & The Hurricanes, die schwer auf Fats Domino machen und immer einen Haufen Bläser mit sich rumschleppen.

Schon mit Reich und Rast hatten die Gisha Brothers sich in den besseren Häusern getummelt und waren dort im Verbund mit Orchestern wie dem von Hugo Strasser oder Ambros Seelos aufgetreten - die einen versorgten die eher konservative Klientel, die andern die jungen Wilden. Dabei war ausgemacht, daß die musikalische Diskrepanz nicht zu groß sein durfte. So gebärden sich die Gishas nicht zu wild, obwohl sie auch Rolling-Stones-Songs im Programm haben. Während sie immer noch Instrumentaltiteln wie Yakety Sax, Charmer oder Baby Elephant (bei denen Hans Gisha schon mal die Posaune aus dem Futteral holen darf) ausreichend Raum bei ihren Auftritten geben, spielen sie sich gleichzeitig durch die Beat-Top-10. 

Auch beim Gesang herrscht Arbeitsteilung vor, Wolf-Werner Peiniger singt die schnellen Sachen, Friedel Wüst die langsamen, Klaus Gisha steuert die Kopfstimme bei, aber auch Hans Gisha und Hans Bohländer sind gesanglich aktiv. Dabei werden die Gesangspassagen in makellosem Englisch vorgetragen, etwas, das durchaus nicht selbstverständlich für deutsche Bands ist. Sie trauen sich, die Arrangements – Klaus Gishas Aufgabengebiet – etwas gewagter anzulegen und bei Can't Buy Me Love oder Satisfaction eine Saxophonpassage einzubauen. Peiniger darf mit Nummern wie Wewo's Theme, Wewo's Rock oder The Harry Lime Theme zeigen, daß er Bob Bogle und Hank B. Marvin nur wenig nachsteht. 

Aufgrund der musikalischen Kompetenz und der Fertigkeiten beim Spielen vom Blatt sind die Gisha Brothers die idealen Partner, um Stars zu begleiten – jene, die ihre eigene Kapelle nicht mitbringen wollen oder erst gar keine besitzen, weil das zu teuer ist. Von Udo Jürgens über Ivan Rebroff bis Josephine Baker sind so eine Reihe von illustren Namen anzuführen, denen die Gisha Brothers musikalischen Background gewähren. Die professionelle Art, das angenehme Äußere und die liebenswerten Umgangsformen sichern der Band einen Platz im Herzen der gesetzteren Musiker. Endlich mal eine Rockband, die die Haare nicht filzig über die Augen trägt und unangenehm nach Beatkeller riecht. Daß sie bald auch auf der Kinoleinwand mit Uschi Glas und Roy Black auftauchen und enge Verbindungen mit Hazy Osterwald knüpfen, erstaunt darum nicht.

Unsere fünf Hanauer Gentlemen reihen Single an Single, doch der Erfolg von Ringelingeling will sich nicht wiederholen – und als die CBS- Verantwortlichen 1966 noch einen letzten Doppelschlag versuchen (bevor sie die meisten deutschen Gruppen aus ihrem Programm streichen), machen sie alles falsch. Die zu Medleys zusammengeschnittene reine Instrumental LP 'Dance Party In Stereo' eignet sich nicht mal als Tanzplatte, da sie unsinnigerweise mit Applaus unterlegt ist und in sich unstimmig wirkt. Und auch bei der Single setzt man eindeutig aufs falsche Pferd. Klaus Gisha: "'Cement Mixer' war nicht besonders gelungen. Hans Podehl hat das verdorben. Die Rückseite hätte ich als A-Seite besser gefunden, das ist die stärkere Nummer." Never Let Me Go wandelt auf Pfaden der Dave Clark Five und erinnert an Songs wie Whenever You're Around. Und hier zeigt sich ein letztes Mal, wie erfolgreich als Big Beat Band die Gisha Brothers hätten sein können. 

Im selben Jahr steht für die Band eine Entscheidung an: entweder auf Plattenproduktionen setzen oder ab in die lukrativen Dauerengagements in teuren Nachtclubs und Hotels, um für ein betuchtes Publikum zu spielen. Klaus Gisha: "Da waren wir uns innerhalb der Band durchaus nicht einig. Ich habe dann durchgesetzt, daß wir uns auf die Engagements festlegen, und ich denke im Nachhinein, es war die richtige Entscheidung."

So verabschieden sie sich in die teuren Wintersportorte, in Hotels wie das 'Schloßhotel Velden', das 'Hotel Forsthaus' in Ruhpolding, das 'Hotel Post' in Davos oder das 'Hotel Kulm' in Arosa. Auch auf Kreuzfahrtschiffen wie der 'Tor Anglia' sind sie gern gesehen. Als das Gisha-Brothers-Management von Hans Gisha auf Hazy Osterwald übergeht, müssen sie sich auf das Hazyland-Publikum einstellen und sind beatmäßig nicht mehr zu gebrauchen. In den Hazyland-Clubs machen sie sich, nach Vorlage der Noten, als Backing-Band der dort gastierenden großen Stars verdient. 1971 lösen sie sich auf und ergreifen bürgerliche Berufe.

Hans-Jürgen Klitsch, November 2008

Dank an:
Werner Bayer, Mathias Buck, Heinz Dietz, Klaus Gisha, Kurt Rast, Heinz Reich, Helmut Wenske.

Artikeleigenschaften von GISHA BROTHERS: The Gisha Brothers

Gisha Brothers - The Gisha Brothers CD 1
01 Crossfire
02 What'd I Say
03 Never Let Me Go
04 Because
05 World Without Love
06 Maybelline
07 Memphis Tennessee
08 Peter Gunn
09 Ringelingeling
10 Watermelon Man
11 Sick And Tired
12 Can't Buy Me Love
13 Do Wha-Diddy
14 Poison Ivy
15 Harry Lime Theme
16 Why Can't You Love Me
17 Yep
18 Bacardi
19 Don't Stop
20 Slop Showee-Doo
21 Crazy New Beat
22 Train To Nowhere
23 Wewo's Rock
24 Pretty Baby
25 The Slop Teacher
26 Prisoner Of The Beat
27 Hello Miss Mabel
28 Ich glaub' Dir nicht
29 Oh Baby Do
30 I Want You
31 Sie ist das schönste Girl
32 Für Dich Baby für Dich
33 Cement Mixer
34 Perdido
 The Gisha Brothers Klaus Gisha: "Ich habe es niemals erlebt, in den 16 Jahren der... mehr
"GISHA BROTHERS"

 The Gisha Brothers

Klaus Gisha: "Ich habe es niemals erlebt, in den 16 Jahren der Existenz der Gisha Brothers, daß jemand von uns wegen Trunkenheit nicht spielen konnte."

Im Gegensatz zur Konkurrenz von Fats & His Cats, bei denen Otto Ortwein erst nach dem Konsum einer halben Flasche Weinbrand richtig loslegt, gibt es bei den Gisha Brothers einen Beschluß: Alkohol erst nach dem Auftritt. Vielleicht fällt deshalb bei ihnen alles ein wenig milder, gesetzter und auch gepflegter aus. Das beginnt schon bei der adretten Kleidung - die Hosen frisch gebügelt, die Schalkragenjackets frisch gebürstet und die Schuhe frisch gewienert. Dies mag aber auch etwas mit ihrer Lebensgeschichte zu tun haben, dazu aber später. Überdies hat die Musik einen etwas anderen Ton als bei den anderen Rabauken. Augenscheinlich aber gibt es eine wohl nicht ganz falsche Einsicht: "Wenn wir arbeiten, können wir nur 100%ig spielen, sofern wir nicht betrunken sind." So halten sie es denn – fast immer. Kurt Rast: "Na, der Hans Gisha nahm nachmittags schon mal gerne einen Cognac. Man nannte ihn ja nicht umsonst den 'geele Hans'." Hans war bei den Gishas der wichtigste Mann, denn er buchte die Jobs, er zahlte die Gage aus, und er bestimmte, wie man sich zu verhalten hatte.

Als Bernhard 'Micky' Mikulski (†) 1962 die Gisha Brothers im Maxim in Frankfurt für den gerade gegründeten deutschen Ableger der amerikanischen CBS entdeckt, haben sie sich vom Jazz längst abgewandt und nach einer Rock 'n' Roll-Phase den neueren musikalischen Twist- und Slopmoden zugewandt. Um sich sein Urteil bestätigen zu lassen, bringt Mikulski den Moderator Hans Verres (†) vom Hessischen Rundfunk mit, und als auch dieser - betört von der Musik der Gisha Brothers - den Daumen in die Höhe reckt, steht einer Plattenkarriere nichts mehr im Wege.

Im Oktober 1963 rücken die Gisha Brothers ins Studio Pfalzgraf in Walldorf ein, um 12 Titel aufzunehmen, einige davon sind erstaunlicherweise Eigenkompositionen. Im Dezember schon kommt die erste Single auf den Markt: Don't Stop/Train To Nowhere. Sie verkauft sich recht gut, vor allem im Frankfurter Raum, in dem die Gisha Brothers nach zahllosen Auftritten in einschlägigen Clubs und Tanzlokalen eine der bekanntesten Bands sind. "Wir haben oft Tür an Tür mit den Indonesiern gespielt, mit den Tielman Brothers zum Beispiel.". Kurz nach dem Jahreswechsel schiebt die CBS bereits die zweite Single nach: Ringelingeling/The Slop Teacher. Nachdem die Platte in der Schlagerbörse beim Hessischen Rundfunk (moderiert von Hans Verres, so ein Zufall!) Monatssieger wird, schnellen die Verkäufe in die Höhe. Die CBS veröffentlicht die 12 Stücke aus den Pfalzgraf-Sessions nun eiligst als LP.

Die Band schwimmt voll auf der Slop-Welle, und dies spiegelt sich auch im LP-Titel wider. Das Cover des Albums entsteht an einer Neu-Isenburger Kiesgrube. Mit 50 Mark aus der CBS-Kasse wird der Lokführer der Kiesgrubeneisenbahn betört, seine alte Schmalspurlokomotive einmal fein zu putzen, so daß sie den hell-roten Anzügen der Musiker keinen Schaden zufüge. Also posiert man im feinsten Bühnenoutfit auf der wohl nie wieder so blank gewienerten Lok: The Slop Train. Das Album entspricht dem damaligen Programm der Band. Ein Großteil der Aufnahmen sind Instrumentalnummern wie Crossfire, Yep oder Peter Gunn – allesamt ein wenig glatter als vom Original bekannt, doch nicht ohne Appeal und gelegentlich mit eigenwilligem Arrangement. Aber da gibt es auch Tracks wie Blue Guitar und Bacardi, die uns heute seltsam antiquiert vorkommen.

Mit dem erfolgreichen Verkauf der Schallplatten wird das Fernsehen auf die Gishas aufmerksam, und so sind sie im März 1964 zu Gast im ZDF in der Sendung 'Schlager des Monats'. Über die folgenden drei Jahre gibt es die Gisha Brothers immer wieder auf der Mattscheibe, so gleich zweimal in der 'Drehscheibe' (ZDF), in 'Musik aus Studio B' (ARD), in' Prisma des Westens' (WDR), aber auch im Schweizer Fernsehen und im österreichischen ORF. Auf dem Düsseldorfer Flughafen bekommen sie in '30 Minuten Aufenthalt' die Gelegenheit, sich ausführlicher einem Fernsehpublikum zu präsentieren.

Die Gisha-Brothers-Hit-Single Ringelingeling ist eine Eigenkomposition von Hans Gisha, obwohl sein Bruder Klaus, geboren am 21. Juli 1928 in Schlesien, der eigentliche musikalische Kopf der Gruppe ist. Die Eltern sind Martha und Hans Gi?a, Professor der Musik, tätig als Musiklehrer, Orchester- und Chorleiter. Nach der Annexion Polens durch das nationalsozialistische Deutschland wird der Name in Gisha geändert. Im heimischen Musikerhaushalt bekommen Klaus und sein drei Jahre älterer Bruder Hans Musikerziehung von bester Qualität, und beide werden später ein erfolgreiches Musikstudium beginnen. 1938 erhält der Vater eine Stelle als Musikschuldirektor und Stadtorchesterleiter in Ohlau bei Breslau. Kurz drauf beschließt ein ehemaliger Gefreiter aus Braunau, die Welt mit Blut und Tränen zu überziehen.

Auszug aus dem Booklet BCD16334 - GISHA BROTHERS The Gisha Brothers
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Tracklist
Gisha Brothers - The Gisha Brothers CD 1
01 Crossfire
02 What'd I Say
03 Never Let Me Go
04 Because
05 World Without Love
06 Maybelline
07 Memphis Tennessee
08 Peter Gunn
09 Ringelingeling
10 Watermelon Man
11 Sick And Tired
12 Can't Buy Me Love
13 Do Wha-Diddy
14 Poison Ivy
15 Harry Lime Theme
16 Why Can't You Love Me
17 Yep
18 Bacardi
19 Don't Stop
20 Slop Showee-Doo
21 Crazy New Beat
22 Train To Nowhere
23 Wewo's Rock
24 Pretty Baby
25 The Slop Teacher
26 Prisoner Of The Beat
27 Hello Miss Mabel
28 Ich glaub' Dir nicht
29 Oh Baby Do
30 I Want You
31 Sie ist das schönste Girl
32 Für Dich Baby für Dich
33 Cement Mixer
34 Perdido