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Volker Krieger With A Little Help From My Friends (CD)

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Volker Krieger: With A Little Help From My Friends (CD)

​(MIG) 14 tracks

Wie alles begann und die Zölle abgeschafft wurden - Volker Kriegel - Gitarrist, Cartoonist, Denker und Genie - Von Wolfgang Sandner.

Die Arroganz hat den Jazz verlassen. Es gab Zeiten, in denen Musiker dem Publikum demonstrativ den Rücken zukehrten und alles mit eckigen Phrasierungen und harmonischen Veränderungen nicht nachvollziehbar machten. Wer sich beklagte, dass er nicht mehr mit den Fingern auf diese Art von Jazz schnippen konnte, wurde versnobt erzählt: "Etwas scheint mit deinen Fingern nicht in Ordnung zu sein." Vergangene Zeiten. Vor langer Zeit wurden Jazzmusiker von ihrer besessenen Idee, die aus bescheidenen Anfängen stammt, befreit. Wieder einmal tanzen die Leute gerne zu Jazz-Improvisationen und betonen, dass dieser etwas andere Viervierteltakt auf die Rotlichtviertel der amerikanischen Großstädte zurückgeht.

Und noch mehr: In der Zwischenzeit ist die Lounge überall. Dem Jazz hat es keinen Schaden zugefügt. Man kann sogar argumentieren, dass die auferstandene Kultur der Freizeit und Entspannung bestimmte Jazzstile wieder populär gemacht hat: der melancholische coole Jazz an der Bar morgens um 3 Uhr, der lässige Gesang eines Chet Baker, der auf einem Barhocker sitzt und in seiner weißen Weste von Bruce Weber fotografiert wurde, die sanfte Dinner-Musik einer Combo in High Society Restaurants, Stan Getz' eleganter Bossa Nova für all jene, die Flirt als Lebensqualität propagieren. Und natürlich die Blutversorgung durch Pop und Rock, ein drastisches Mittel, mit dem der Jazz seine ästhetische Anämie heilen wollte.

Es begann um 1968 die magische Wende, die auch musikalisch als eine wilde Zeit des Umbruchs in Erinnerung bleiben wird. Jimi Hendrix bat die aufstrebende Pop-Community "Are you experienced", die Antwort direkt danach mit seinem gigantischen dritten Album "Electric Ladyland" zu schreien. Miles Davis bereitete sich darauf vor, die engen Kreise des Jazz zu verlassen und seine Plattenfirma mit einem Hexengebräu aus Jazz und Electronic Rock zu verzaubern, während Peter Brötzmann mit seinem als Baritonsaxophon getarnten "Machine Gun" seine radikale Gegenoffensive startet. Joni Mitchell produzierte mit Hilfe ihres Freundes David Crosby ihr sanftes Debüt "Song to a Seagull", während Cecil Taylor zusammen mit dem Jazz Composers Orchestra seine bizarren Klavierangriffe ritt.

Zwischen den Extremen "Free Jazz" und "Folk Rock" verbreitete sich die Erkenntnis, dass die feindlichen Brüder Jazz und Rock mehr verbunden als getrennt waren: "Fusion" war der Zauber, obwohl der Begriff nur auf Produkte dieses musikalischen Händedrucks zur Versöhnung als Werbeaufkleber geworfen wurde. Bald ging diese Verbrüderung so weit, dass bei einigen Jazzfestivals kammermusikalisch ziselierter Jazz mit akustischen Instrumenten mit einer Hörrohr-Trompete gesucht werden musste - unter all dem Rauschen von Rock und Blues, und einige Beobachter betrachteten den Einfluss des Rock auf den Jazz als feindliche Übernahme. Aber man schaut sich die Übergriffe an, sie haben ein Genre geschaffen, das bis heute mit Ablegern wie Funkjazz lebendig geblieben ist, und sie haben sozusagen den freien Warenverkehr zwischen den musikalischen Beständen transportiert.

In diesem entscheidenden Jahr 1968 veröffentlichte Volker Kriegel "With a Little Help from My Friends", seine ersten Alben unter eigenem Namen, die nicht nur in der Szene für Furore sorgten. Im selben Jahr gründeten der Vibraphonist Dave Pike und der Gitarrist aus Darmstadt (der später in Frankfurt und Wiesbaden lebte) das sehr erfolgreiche Dave Pike Set, das nur drei Jahre später beim renommierten Newport Jazz Festival eröffnet wurde und Kriegel in die erste Liga der europäischen Jazzmusiker katapultierte, die auch in Amerika respektiert wurden. Auch das deutsche Publikum, das sich nicht gerade dem Jazz verschrieben hatte, interessierte sich für das neue Phänomen. Der "Spiegel" war überrascht über diese "Mischung aus Blues, Bossa Nova, Beduinenklängen und Beat" und ließ Volker Kriegel ausgiebig darüber nachdenken, warum er den Begriff "Jazz" nicht mehr verwenden möchte: "Es schränkt unsere Musik zu sehr ein. Die Jazz-Apologetik wird sich daran gewöhnen müssen, dass diese Schublade stecken bleibt."

Es war ein großes Gewehr, das auf den Elfenbeinturm des Avantgarde-Jazz gerichtet war, denn was "Der Spiegel" als ironische Einstellung interpretieren wollte, war in Wirklichkeit gar keine oberflächliche, sondern eine originellere und zugleich komplexe Revitalisierung des Jazz mit anderen Mitteln. In einem Gespräch, das 1968 in der "Concert Zeitung" von Fritz Rau veröffentlicht wurde, enthüllte Volker Kriegel seine Ahnengalerie. Dort tritt Barney Kessel neben Attila Zoller, Laurindo Almeida neben Sonny Sharrock und Andrès Segovia neben Toto Blanke auf. In diesem Artikel spricht Kriegel über das schönste Timing von Kenny Burrell, die schönsten Akkorde im Jazz vom Instrument von Jim Hall, über den großen Blues von Jimi Hendrix, die alte Handwerkskunst von Joe Pass und über John McLaughlin, der "aufregender und moderner spielt als alle anderen Gitarristen ohne besondere Geräusche".

Volker Kriegel war einer der reflektiertesten, intelligentesten, vielseitigsten, leistungsfähigsten und undogmatischsten Jazzmusiker der zweiten Hälfte des 20.

Artikeleigenschaften von Volker Krieger: With A Little Help From My Friends (CD)

Volker Kriegel Volker Kriegel galt mit Recht als Multitalent. Die Kategorisierung "Musiker und... mehr
"Volker Krieger"

Volker Kriegel

Volker Kriegel galt mit Recht als Multitalent. Die Kategorisierung "Musiker und Zeichner" umschreibt seine vielen Begabungen nur unzureichend. Seine Musik war von enormer stilistischer Bandbreite, von zupak- kendem Jazzrock über brasilianisch inspirierte Stücke bis hin zu melancholischen Klangbildern, und doch trugen sein Gitarrenspiel und seine Kompositionen stets seine unverwechselbare Handschrift. Kriegel wurde am 24. Dezember 1943 im hes- sischen Darmstadt geboren. Mit 13 bekam er seine erste Gitarre: "Ich habe mir alles allein draufgeschafft. Ich bin ein richtiger Hausgemach- ter" (KRIEGEL). Er gründete achtzehnjährig sein erstes eigenes Trio, mit dem er 1963 beim 'Deutschen Amateur-Jazz-Festival' in Düssel- dorf zum bester Nachwuchs-Gitarristen gekürt wurde. Mit 21 Jahren begann an der Universi- tät Frankfurt/M Soziologie, Psychologie und Philosophie zu studieren (u.a. bei Theodor W. Adorno). Nachdem er nach dem Abitur zu- nächst als Zeichenlehrer gearbeitet hatte, gab es schon bald erste Cartoon-Veröffentlichungen in Schülerzeitungen und in der Illustrierten 82 'Revue'.

1964 brach Kriegel das Studium allerdings ab, das er später als "Seminar- Langeweile, dazwischen Splitter von Interesse & Erkenntnis" (KRIEGEL) beschrieb. 1965 wurde er Mitglied im Quintett des bra- silianischen Musikers Claudio Szenkar (p, vib, org, † 2002) und spielte im Quartett von Klaus Doldinger. Über den österreichischen Jazz-Bassisten Hans Rettenbacher lernte Kriegel im Herbst 1968 den US-Vibraphon- isten Dave Pike kennen. Nach einer durch- jammten Nacht, bei der sich "unsere Intentionen weitgehend deckten" (KRIEGEL), ent- stand das Dave Pike Set, zu dem noch Hans Rettenbacher (b) und Peter Baumeister (dr) gehörten. Die sehr erfolgreiche Gruppe gas- tierte auf unzähligen Festivals, trat in ganz Europa auf und absolvierte 1971 und 1973 für das Goethe- Institut zwei Tourneen durch Süd- und Mittelamerika. Während dieser Zeit lernte Kriegel bereits, sich von den starren Schemata des Jazz zu lösen und sich auch anderen Richtungen zu öffnen. Seine Komposition Mathar, aus dem 69er Dave Pike Set-Album 'Noisy Silence – Gentle Noise', wurde dann in den 90er Jahren zum Hit in der DJ-Szene und avancierte immer wieder zum Gegenstand unzähliger Remixe und Bearbei- tungen. Für Kriegel war diese Entwicklung überraschend.

Er hatte das Stück als ironischen Seitenhieb auf die pathetische Darstellung komponiert. "George Harrison war Ende der 60er in die indische Stadt Mathar gepilgert und hatte in langer und meditativer Arbeit das Sitar-Spielen erlernt. Das klang allerdings auch schon gut, wenn man nur die leeren Saiten anschlug" (KRIEGEL). 83 1968 veröffentlichte Kriegel mit 'With A Little Help From My Friends' sein Solo-Debüt; als Begleiter fun- gierten Peter Trunk (b, ex-Albert Mangelsdorff Jazz- tet, † 1973), Trunks Cousin Günter Lenz (b, ex-Albert Mangelsdorff Quintet), der Niederländer Cees See (dr, ex-Klaus Doldinger Quartett), Claudio Szenkar (vibr) und Peter Baumeister. Anfang 1971 spielte er das Album 'Spectrum' ein, eine "wirklich phantastische Platte, raffiniert angesie- delt auf dem schmalen Grat zwischen Jazz und Pop, Tradition und Progression, mit durchsichtigen, fabelhaft entspannten und kunstvoll aufgebauten Klangbildern" (HAMBURGER ABENDBLATT). Im Frühjahr 1972 veröffentlichte Kriegel mit 'Inside: Missing Link' ein Doppelalbum, mit "82 Minuten nie langweilig werdender Musik, die am Ende totale Befriedigung hinterließ" (KÖLNER STADTANZEIGER).

Zwischen "Jazz, Rock und Instumeltalpop bot diese LP ein sehr abwechslungsreiches Auf und Ab und Hin und Her zwischen freien, melodischen, schnellen und ruhi- gen Passagen und war für Gitarrenfreunde ein absolutes Muß" (HAMBURGER MORGENPOST). Und er zeichnete 84 weiterhin Cartoons, u.a. für das Satiremagazin 'Pardon', stellte auch Trickfilme für das TV-Kinder- programm her ('Der Flöterich', 'Warum Herrn Moritz Blumen auf dem Kopf wachsen'), schrieb Plattenrezensionen und arbeitete seit den 70er Jah- ren als Freier Mitarbeiter für die NDR-Jazzredaktion mit seiner Frau Evelyn Kriegel als Sprecherin...

KRAUT! ist ein feiner Krautrock-Querschnitt in vier Aus- gaben, nach Regionen sortiert – Norden, Mitte, Süden und Berlin, mit den größten Hits, viel längst vergessener Musik und den wichtigsten Songs.

Burghard Rausch im Juni 2020

© Bear Family Records®
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